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Dirk Braun
Erfolgsmodell Gesamtschule Höhscheid

Solingen. In diesem Schuljahr wurde der erste Jahrgang an der Gesamtschule Höhscheid aufgenommen. Der Schulleiter freut sich über den Erfolg des Konzeptes, blickt dem bevorstehenden Ausbau positiv entgegen und hat viele pädagogische Zukunftspläne.

Herr Braun, am 1. August 2014 wurde die Gesamtschule Höhscheid im Aufbau gegründet. Wie denken Sie heute daran zurück?

Braun Ich war begeistert über die Möglichkeit, Schulleiter einer Schule im Aufbau zu werden und somit aktiv dabei zu sein, wenn Ideen Gestalt annehmen. Eine solch wunderbare Chance ergibt sich nicht so oft für Schüler, Lehrer und die Elternschaft. Ich bin stolz auf das, was wir alle gemeinsam in den letzten Monaten erreicht haben. Es hat eine tolle Entwicklung stattgefunden und wir probieren ganz viel aus.

War die Resonanz auf die neue Schule von Anfang an so positiv?

Braun Ja, und das freut uns sehr. Derzeit hat unsere Schule 108 Schüler aus zwölf Nationen, die von 15 Lehrern unterrichtet werden. Nach den Sommerferien wird der neue Jahrgang da sein und somit für eine Verdopplung unserer Schülerzahlen sorgen. Zudem werden nun jedes Jahr sieben Lehrerstellen hinzukommen. Uns ist es wichtig, Raum für Mitbestimmung zu lassen. Deshalb haben wir im Rahmen des Landesprogramms "Bildung und Gesundheit" bereits eine Evaluation innerhalb des Lehrerkollegiums durchgeführt. Noch vor den Sommerferien wird es ein Elterntreffen geben, bei dem wir ergründen möchten, was die Elternschaft sich im Sinne ihrer Kinder für die Entwicklung der Schule wünscht.

Nach den Sommerferien wird sich an der Gesamtschule Höhscheid viel verändern. Was genau ist in Planung?

Braun Zum neuen Schuljahr zieht die Hauptschule aus dem gemeinsamen Gebäude aus. Wir können dann zusätzlich die Räumlichkeiten der auslaufenden Hauptschule Höhscheid nutzen und dort genug Platz für den Ausbau der Schule haben.

Dann steht auch mehr Platz für weitere Einrichtungen und Projekte zur Verfügung?

Braun Ja, weitere Gebäudeteile für den Ganztag, den naturwissenschaftlichen und technischen Unterricht sowie für die Mensa sind in der Planung. In zwei Jahren sollen die ersten Gebäudeneubauten und Sanierungen fertig sein. Die benötigten Finanzmittel sind schon durch den Stadtrat veabschiedet worden.

Wie sieht das pädagogische Profil Ihrer Schule aus?

Braun Wir sind eine inklusive Schule und setzen darauf, dass unsere Schüler sich in ihrer Entwicklung gegenseitig unterstützen. Zugleich ist es uns wichtig, jedes Kind in seiner Individualität zu fördern. Die Elternschaft ist dabei eine maßgebliche Unterstützung - und wir planen, in Höhscheider Vereinen und anderen Einrichtungen weitere Partner für die gemeinsame Erziehungs- und Bildungsarbeit zu gewinnen.

Welche konkreten Projekte gibt es?

Braun Wir arbeiten mit drei sogenannten Lernarrangements. In unseren Lernbüros arbeiten die Schüler in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mit individuellen Lernplänen. In den Fächern Kunst, Musik und Sport werden Werkstätten angeboten, aus deren Programm die Kinder nach ihren Neigungen und Talenten wählen können. Einzigartig ist unsere Imker-Werkstatt, die der fünfte und sechste Jahrgang zukünftig gemeinsam betreuen soll. Hinter der Bezeichnung "NARG" verbergen sich die Naturwissenschaften, Arbeitslehre, Religion und Gesellschaftslehre. Sie werden bei uns alle vier Wochen im Block unterrichtet, und durch regelmäßige Projekte ergänzt.

Gibt es bald noch mehr Projekte, bei dem die älteren und die jüngeren Schüler gemeinsam aktiv sind?

Braun Ja, wir möchten zukünftig auf Peer-Education setzen. Dabei sollen die Kinder des sechsten Jahrgangs die des fünften aktiv im Lernbüro unterstützen. Wir halten es für wichtig, dass man sich beim Lernen auf Augenhöhe begegnen kann.

PIA BERGMEISTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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