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Solingen
Erstes Haus im Olbo-Park wird bezogen

Solingen: Erstes Haus im Olbo-Park wird bezogen
Das Haus 4 im neuen Olbo-Park in Ohligs ist inzwischen bezugsfertig. Die anderen Gebäude werden in den kommenden Monaten folgen. FOTO: Kempner
Solingen. Die ersten Mieter sollen noch 2016 einziehen. Nebenan tut sich in Sachen O-Quartier aber weiter nichts. Ein Urteil über die Beseitigung des Schuttbergs steht aus. Zudem scheitern Verkaufsgespräche für das Areal bislang am hohen Preis. Von Uwe Vetter und Martin Oberpriller

Der Countdown läuft. Haus 4 ist bereits verklinkert, die Gerüste sind abgebaut, so dass die ersten Umzugswagen - geht es nach Gerd Fischer - demnächst wohl rollen dürften. "Das Gebäude wird jetzt bezogen", gab sich der Unternehmer jedenfalls gestern optimistisch mit Blick auf die neun Wohnungen im Eckbereich Aachener Straße/Heiligenstock in Ohligs.

Dabei soll dies aber nur der Anfang sein. Im Januar beziehungsweise Februar wird - läuft alles nach Plan - Haus 3 übergeben. Und die Häuser 1 und 2 sind dann im April/Mai 2017 an der Reihe. Wobei sich Interessenten sputen sollten. Bis auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung sei nämlich inzwischen alles verkauft oder vermietet, berichtete Gerd Fischer, der mit seinem Immobilienunternehmen plan 8 insgesamt 86 Wohnungen errichtet und rund 20 Millionen Euro investiert, vom Stand der Vermarktung im Olbo-Park.

Eine Entwicklung, die einige Meter nebenan indes weiter nur Wunschdenken bleibt. Denn in Sachen O-Quartier tut sich - trotz vielfach anderslautender Ankündigungen - bis zum heutigen Tag gar nichts. Dort, wo eigentlich schon seit etlichen Jahren das neue Einkaufscenter stehen soll, ragt nach wie vor ein Schuttberg in die Höhe. Und wann der endlich verschwinden wird, vermag im Augenblick niemand mit Gewissheit zu prognostizieren.

Zwar läuft bezüglich der Beseitigung zwischen der Stadt sowie dem Investor, der Bayreuther Unternehmensgruppe Graf von Thun und Hohenstein Veit, bereits seit Monaten ein Verfahren am Verwaltungsgericht Düsseldorf. Allerdings steht immer noch nicht fest, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. "Ein Termin wurde uns bislang nicht genannt", sagte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag auf Anfrage - und schob die Begründung für die Verzögerung gleich hinterher. Das Gericht sei momentan aufgrund vieler anhängiger Flüchtlingsverfahren überlastet, hieß es aus dem Solinger Rathaus zu den Zeitplänen.

Zeit, die aus Sicht vieler Beobachter unnütz verloren geht. Denn nach Meinung von Experten handelt es sich bei der Brache am Ohligser Marktplatz um ein städtebauliches Filetstück. So ist beispielsweise plan-8-Chef Gerd Fischer davon überzeugt, dass die Ruine der ehemaligen Olbo-Fabrik samt Schuttberg neben seinen neuen Häusern über kurz oder lang verschwinden wird. "Das Gelände wird in den nächsten zwei Jahren bebaut. Es ist das wertvollste Grundstück in Ohligs", betonte der Geschäftsmann jetzt einmal mehr.

Genauso wie andere Interessenten wäre Fischer bereit, dem bisherigen Investor die Fläche abzukaufen, um im Zentrum des Stadtteils selbst ein Einkaufscenter mit Wohnungen zu bauen. Gleichwohl blieben sämtliche Bemühungen bis dato vergebens. "Die Preisforderungen, die von Graf von Thun und Hohenstein Veit gestellt werden, sind viel zu hoch", sagte Gerd Fischer, der gestern gegenüber unserer Redaktion unterstrich, prinzipiell sei er weiterhin an einer Übernahme interessiert.

Dabei könnte es nach Einschätzung von Beobachtern aber bald zu der sprichwörtlichen Nagelprobe für die Bayreuther Entwicklungsgesellschaft kommen. Im nächsten Frühjahr dürfte nämlich der neue Bebauungsplan für das alte Olbo-Gelände Rechtsgültigkeit erlangen. Diesen hatte die Stadt im vergangenen Sommer auf den Weg gebracht und war dabei Wünschen des Investors nach einer Verringerung der Verkaufsfläche in der geplanten Shoppingmall weit entgegengekommen.

Die abgespeckte Vision für das Einkaufszentrum sieht nach wie vor die Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters, eines Discounters sowie von Fachgeschäften vor, die zurzeit in Ohligs fehlen. Der früher bereits einmal von Graf von Thun und Hohenstein Veit präsentierte Handelsmix hatte den Vorstellungen von Stadt und Politik indes keinesfalls entsprochen.

Quelle: RP
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