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Solingen
Es geht um Pop, Krautrock, Jazz und Kinderreime

Solingen. Die Band "Parfum Brutal" um den Pianisten Philip Mancarella hat mit "Into Earth" ihre dritte CD/LP vorgelegt.

Philip Mancarella ist seit vielen Jahren fest in der Musikszene der Klingenstadt verwurzelt - und dies gleich in mehreren Sparten. Als Jazzer kann man den Pianisten regelmäßig in der Hausband von Klaas Voigt bei "Solingen Jazzt" in der Merscheider Cobra oder im Industriemuseum ("Jazz in der Schmiede") erleben. Als Theatermusiker ist Mancarella in der Band des Solinger Stadtensembles bei der jährlichen Eigeninszenierung für Kinder des Kulturmanagements aktiv. Und dann gibt es natürlich auch noch die Band "Parfum Brutal", mit der Mancarella gerade die dritte CD/LP veröffentlicht hat: "Into Earth".

Selbstbewusst verkündet Sängerin und Geigerin Kassandra Papak: "Jeder wird auf diesem Album etwas finden, was ihm nicht gefällt." Das liest sich erst einmal negativ, weist aber im Kern ganz richtig auf die stilistische Bandbreite des Quartetts hin. "Es geht um Pop, Krautrock, sogar Jazz und Kinderreime mit Hintergedanken." Hinzu kommen Einflüsse elektronischer Musik, die manchen Songs von "Into Earth" eine Clubatmosphäre verleihen.

Doch zurück auf Anfang, zum Namen der Band. "Wir haben alle eine Affinität zu Polen, denn wir haben da öfters gespielt und mochten hier immer die offene Atmosphäre bei den Konzerten", nennt Mancarella den Grund, dass sich die Band nach einem polnischen Kölnisch Wasser ("Brutal") benannt hat. "Natürlich gefällt uns auch der Gegensatz zwischen Parfum, das für lieblich und schön steht, sowie dem Wort Brutal - also roh, unverfälscht und ohne Schnörkel."

Proben und Auftritte von "Parfum Brutal" erfordern eine aufwändige Logistik. Die Musiker wohnen nämlich in Köln, Dortmund und Berlin. "Deshalb spielen wir Konzerte auch meist in Blöcken, das heißt, wir treffen uns vorher in Dortmund oder Solingen und kombinieren die Treffen mit Proben, Songwriting - und Studioaufnahmen, wenn eine Produktion ansteht", beschreibt Mancaella die Arbeitsweise von "Parfum Brutal". Sind Konzerte im Osten geplant, finden die Band-Treffen in Berlin statt, dem Wohnort von Kassandra Papak. Auf den ersten beiden Einspielungen der Band zeichnete sie überwiegend für das Songwriting verantwortlich. "Kassandra schriebt hier die Skizzen der Stücke, welche wir dann im Proberaum gemeinsam arrangiert haben", erzählt Mancarella.

"Into Earth" ist dagegen ein Gemeinschaftswerk, wie der Keyboarder betont. "Einen Teil der Stücke haben wir gemeinsam und zu viert im Proberaum komponiert, ein Teil kam von Kassandra allein, und ein weiterer Teil waren Kompositionen von Kassandra und Gitarrist Bruno Bauch. Alle Teile wurden aber gemeinsam ausgearbeitet und arrangiert." Bis auf eine Ausnahme stammen aber alle Songtexte von Papak.

Bei "Into Earth" geht es um das Wachsen, Herunterfallen, zu Erde werden und neu entstehen. So hat die Band das Video zur Single "What We Are" als ein Generationenprojekt angelegt - die Gesichter der Musiker flackern über die Körper ihrer Eltern. "Der Song handelt von Kindheitsgefühlen. Oder davon, was wir dafür halten", erzählt die Berliner Sängerin.

www.parfumbrutal.com

(mit)
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