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Solingen
Es war einmal eine Buckelpiste

Solingen: Es war einmal eine Buckelpiste
Ein massiver Eingriff war die Sanierung der Lüneschloßstraße, die Jahr für Jahr von der Politik aufgrund der hohen Kosten von rund 1,4 Millionen Euro verschoben worden war. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Am Wochenende sind die Bauarbeiten an der Lüneschloßstraße abgeschlossen worden. Seit heute kann die einst "schlechteste Straße Solingens" wieder ohne Behinderung und Schlaglöcher in beide Richtungen befahren werden. Von Maxine Herder

Langsam, Stück für Stück, arbeitet sich der Straßenfertiger vor: Mit dem gewaltigen Gefährt, das von einem Mann gesteuert wird, wird am Samstagmittag die Asphalt-Schlussdecke auf die gesamte Breite der Lüneschloßstraße aufgebracht und geglättet. Bauarbeiter folgen der imposanten Maschine, ebnen mit ihren Schaufeln Kanten und Ränder, befreien Gullideckel und Kanäle vom noch klebrigen, heißen Asphalt, der aus einem vor dem Fertiger rollenden Kipper eingespeist wird. Zwei Walzen fahren hinterher, sie verdichten die Asphaltdecke, gleichen alle Unebenheiten aus.

Bis Samstagmittag waren so die ersten rund 100 Meter von der Brühler Straße aus geschafft, bis zum frühen Morgen des heutigen Tages sollte auch der Rest der insgesamt rund 700 Meter langen Lüneschloßstraße fertig sein. Nach fünf Monaten Bauarbeiten soll die Straße ab heute ohne Behinderung in beide Richtungen befahrbar sein. Die Buckelpiste, die die Lüneschloßstraße über Jahre und Jahrzehnte gewesen ist, gehört damit der Vergangenheit an.

Falk Dornseifer jedenfalls hat die Lüneschloßstraße noch nie so gesehen - ohne die tiefen Schlaglöcher, die ihr den Ruf eingebracht haben, die schlechteste Straße Solingens zu sein. Und das, obwohl sich das Unternehmen der Familie bereits seit rund 30 Jahren an der Lüneschloßstraße befindet. "Die Straße war immer schlecht", sagt Dornseifer. Und jetzt ? "Es ist einfach super geworden", sagt der Geschäftsführer des Autohauses und CDU-Ratsmitglied. Und nicht nur das: Die Arbeiten wurden auch rund vier Monate vor dem ursprünglich geplanten Abschluss beendet. "Die ausführende Baufirma und die Technischen Betriebe haben einen sehr guten Job gemacht. Die Arbeiten hier im Industriegebiet waren ein massiver Eingriff. Dennoch war beispielsweise die Erreichbarkeit der einzelnen Unternehmen immer gegeben, und dass die Vollsperrung zum Abschluss der Arbeiten auf ein Wochenende gelegt wurde, ist sehr zu begrüßen."

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Dornseifer hat sich darauf eingestellt und die Transporter seiner Autovermietung am Samstag auf einen nah gelegenen Parkplatz verlagert. Jetzt, sagt der Unternehmer, hoffe er, dass die neue Lüneschloßstraße auch neue Kunden bringe. "Ich finde, die Neugestaltung ist gut gelungen." Er befürchte jedoch, dass die Parkplätze hier ein Problem werden könnten. "Die Straße wird tagsüber zum Parken stark genutzt, rund die Hälfte der Parkplätze ist nun weggefallen."

Michaela und Benjamin Konejung wohnen seit fünf Jahren an der Lüneschloßstraße, auch sie kennen sie nur in schlechtem Zustand. Der Boden unter den Füßen bebt, als der Fertiger an ihnen vorbei rollt. Vom Bürgersteig aus beobachten sie mit anderen Anwohnern die Arbeiten. "Es ist interessant, das mal zu sehen", sagt Benjamin Konejung. Da sie gleich am Anfang der Straße leben, hätten sie durch die Bauarbeiten kaum Einschränkungen gehabt. "Dennoch freuen wir uns, wenn die Straße am Montag wieder frei ist - und wenn die Stoßdämpfer des Autos endlich nicht mehr so leiden."

Quelle: RP
 
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