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Solingen
Eurokrise weckte seinen politischen Instinkt

Solingen: Eurokrise weckte seinen politischen Instinkt
FOTO: Rheinische Post / Peter Meuter
Solingen. Adrian Scheffels (Die Linke) aus Solingen ist der jüngste Bundestagskandidat im Wahlkreis. Von Henning Röser

Wie sehr der Konkurrenz-Gedanke die Gesellschaft mittlerweile durchdrungen hat, merkt Adrian Scheffels regelmäßig in seinem Studium. Die Texte, die für ein Seminar gelesen werden müssen, sollen mit mehreren, nicht ausleihbaren Bänden in der Uni-Bibliothek eigentlich allen Studenten gleichermaßen zugänglich sein. Um sich einen Vorteil gegenüber ihren Kommilitonen zu verschaffen, reißen aber manche Studenten die Passage einfach aus dem Buch heraus. Wer später kommt, hat Pech gehabt.

Ellenbogen statt Solidarität - eine Entwicklung, die der 24-jährige Master-Student mit der Fächerkombination Politik und Wirtschaftswissenschaften nicht so als gegeben hinnehmen will.

Schon in der Oberstufe (Leistungskurs Sozialwissenschaften) sei er politisiert worden, sagt der Bundestagskandidat der Linken für den Bergischen Wahlkreis 103. In der Hochzeit der Finanz- und Eurokrise seien ihm die vielen "Widersprüche in der Wirtschaftspolitik" drastisch vor Augen geführt worden. Die Entscheidung für das Studienfach fiel da nicht mehr schwer. An der Bergischen Universität in Wuppertal engagierte er sich sofort im SDS (Sozialistisch-Demokratischer-Studierenden-Verband), kam irgendwann zur Jugendabteilung der Linken in Solingen. Die Linke fragte dann an, ob er auf die Liste für die Kommunalwahl gehen würde. Nun ist er Bezirksvertreter in Ohligs, erlebt dabei die Probleme der Kommunalpolitik hautnah.

Eine bessere Finanzausstattung der hoch verschuldeten Kommunen Remscheid und Solingen, die den strengen Auflagen des Stärkungspaktes NRW unterliegen, wird darum ein Thema des Wahlkampfes sein. Die Linke könne hier unbelastet argumentieren. Sie habe die Situation, die die Städte in der Region in die Krise geführt habe, politisch nicht mitzuverantworten.

Der anstehende Wahlkampf soll auch mit themenbezogenen Aktionen in den Stadtteilen arbeiten, weniger mit dem zuletzt von den Grünen reaktivierten Haustürwahlkampf. Die Wirkung sei bei solchen themenbezogenen Aktionen einfach größer, sagt Scheffels mit Blick auf die jüngsten Erfahrungen im Landtagswahlkampf, den er mitorganisierte.

Um einen Listenplatz für Berlin hat der Youngster aus Solingen beim Parteitag gar nicht erst gebeten, da haben andere, bekanntere Namen den Vortritt. Das werde ihn aber nicht davon abhalten, sich mit Verve in die politische Diskussion zu stürzen, kündigt Scheffels an.

Quelle: RP
 
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