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Solingen
Fahrräder zum Schnäppchenpreis

Solingen: Fahrräder zum Schnäppchenpreis
Neben Fahrrädern wurden gestern auf dem Hof des Verwaltungsgebäude Gasstraße noch Handys, Uhren, Schmuck, Haushaltsgeräte und Schirme versteigert. Die Gegenstände waren vor einem halben Jahr im Fundbüro abgegeben worden. FOTO: Kempner / Mertens
Solingen. Bei der Fundsachenversteigerung am Verwaltungsgebäude Gasstraße in Höhscheid will jeder günstig einkaufen. Jung und Alt haben bei den 490 Artikeln um den besten Preis geboten. Von Laura Mertens

"50 zum Ersten, zum Zweiten und . . ." Jetzt knallt der Hammer auf den Tisch. "Zum Dritten". Glückwunsch an denjenigen, der das Fahrrad erworben hat. Die sind nämlich besonders gefragt. 37 Exemplare werden auf dem überschaubaren Hinterhof des Verwaltungsgebäudes an der Gasstraße versteigert. Aber auch sonst bekommt man alles, was im Alltag nützlich sein kann: Handys, Taschen, Haushaltsgeräte, Schmuck, Schirme und vieles mehr.

In der Menge recken die Leute die Hälse. Jeder will doch sehen, was vorne auf den Auktionstisch gehoben wird. Als der Auktionator Farbe, Modell und Größe des Fahrrads vorliest, hört die Menge gespannt zu. Familien und Freunde beraten sich tuschelnd: Ist das noch gut in Schuss ? Lohnt sich das wirklich ? Manchmal fehlen die Pedale. Oder der Sattel. Aber für zwei Euro immer noch ein echtes Schnäppchen.

Zu Anfang agieren die Besucher verhalten, die ersten Gebote kommen zögerlich. Doch spätestens nach der dritten Versteigerung ist jeder, ob Jung oder Alt, vom Ehrgeiz gepackt. Mit Handzeichen und Rufen wird versucht, den besten Preis zu bekommen.

Sarah Hoppe ist zum ersten Mal mit ihrer Familie hier. Die 17-Jährige kannte Auktionen bisher nur aus dem Fernsehen. "Es ist total cool hier und interessant, wie sich die Gruppen absprechen und die Gebote hochtreiben." Zufällig hier, schaut sie ganz spontan, ob sie was ersteigert oder nicht. "Es lohnt sich auf jeden Fall. Ich würde noch mal herkommen."

490 Artikel werden versteigert. Diese müssen mindestens sechs Monate im Fundbüro gelegen haben. "Danach haben die ursprünglichen Besitzer den Eigentumsanspruch verloren", erklärt Udo Bley, Leiter des Fundbüros. Bisher kamen immer 100 bis 200 Leute zu den Versteigerungen im Frühjahr und im Herbst. Auch heute ist der Hof gut gefüllt. "Den Gang bitte freihalten.", erinnert der Auktionator. Allgemein herrscht aber eine heitere, entspannte Stimmung. Selbst wenn es zu einem Zweikampf im Bieten kommt, gibt es am Ende keine Streitereien. Eher erinnert die Situation an ein Tennisspiel: Die Menge schwenkt gespannt den Kopf vom Einen zum Anderen. Manch einer wird bei dem ganzen Rufen und Preise in die Höhe treiben so euphorisch, dass er sich glatt selbst überbietet. Wenn etwas ergattert wurde, gibt es einen Handschlag unter Freunden. Neugierig beäugen die anderen, was da gerade verkauft wurde. Wäre man doch nur schneller gewesen. Aber wer sich zu spät entschließt, hat Pech. Dann heißt es: "Der Hammer ist gefallen." Aber nicht schlimm, schon wird das nächste Produkt präsentiert.

Manchmal gibt es eine kleine Anekdote dazu. Oder Kinderwagen werden witzelnd Sonderfahrzeuge genannt. Nun die obligatorische Frage: "Wer bietet was ?" oder wie man es auch sehen könnte: Wer schreit lauter? Der Rest der Menge kommentiert: "Guter Preis". Auch der Auktionator hat seinen Spaß: "20 ? Wer bietet mehr? 21? Das ist aber mickrig." Kurz vorm Hammerschlag kommt doch noch ein höheres Gebot. Zum Dritten - verkauft.

Quelle: RP
 
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