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Prozess um Mord an Hanaa S. aus Solingen
Anwälte der Angeklagten wollen internationale Zeugen hören

Hanaa S. - Mordprozess in Wuppertal
Hanaa S. - Mordprozess in Wuppertal FOTO: dpa, bt lof
Wuppertal. Der Prozess um den Mord an der Solingerin Hanaa S. nähert sich dem Ende. Am Dienstag sollte die Beweisaufnahme enden. Die Anwälte der Angeklagten beantragten allerdings, noch einmal Zeugen zu laden.

Zum geplanten Ende der Beweisaufnahme im Wuppertaler Mordprozess um den Tod der sechsfachen Mutter Hanaa S. haben die Verteidiger mehrere Anträge gestellt. Ihr Ziel ist es dabei, die "Ehrenmord-Hypothese" der Anklage zu erschüttern. So beantragte ein Anwalt, Verwandte des Opfers aus dem Irak zu laden, um zu belegen, dass die Familie "kein Kollektiv jesidischen Glaubens" sei. So seien in der Familie auch ein Konvertit und eine Muslima.

Ein Anwalt möchte einen Sachverständigen für internationales Strafrecht hinzugezogen sehen, um zu beweisen, dass die Familie nicht streng religiös sei. Es habe auch keine kollektive Ehrverletzung gegeben. Aus Sicht der Anwälte ist das Motiv ein Streit um Goldschmuck gewesen. Nach jesidischem Brauch habe Hanaa bei der Hochzeit das Familiengold bekommen, nach ihrer Trennung aber nicht zurückgeben wollen. Der Streit um den Schmuck sei schließlich eskaliert.

Das Gericht wies drei Beweisanträge zurück. Zum beabsichtigen Ende der Beweisaufnahme und den Plädoyers kam es am Dienstag nicht. Der Prozess soll am kommenden Donnerstag fortgesetzt werden.

Fünf Angehörige der Ermordeten sitzen auf der Anklagebank. Sie sollen die Irakerin umgebracht haben, "um die Familienehre wieder herzustellen", wie es in der Anklage heißt. Die 35-Jährige hatte sich von ihrem Mann getrennt und in Solingen eine eigene Wohnung genommen.

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Im Sommer hatte ein Schwager der Ermordeten überraschend gestanden, eine Mitverantwortung an dem Verbrechen zu tragen. Er führte die Ermittler zu einem Waldstück bei Bruchsal in Baden-Württemberg, in dem schließlich die Leiche gefunden wird.

(sef/lnw)
 
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