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Solingen
Familie mit Kohlenmonoxid vergiftet

Solingen. Ein Holzkohlegrill, mit dem eine siebenköpfige Familie offenbar versuchte, das Einfamilienhaus zu heizen,löste am Kotter Feldweg ein Unglück aus. Die Vergiftungen der Eltern werden in einer Spezialklinik behandelt. Von Günter Tewes

Wegen eines unsachgemäßen Umgangs mit einem Holzkohlegrill ist eine siebenköpfige Familie am Kotter Feldweg am Montagabend von ausströmenden, giftigen Kohlenmonoxid (CO) verletzt worden. "Die Eltern erlitten schwere Vergiftungen und müssen in einer Überdruckkammer behandelt werden", sagte

Polizeisprecherin Anja Meis. Die fünf Kinder seien mit leichteren Verletzungen davongekommen. "Ein falsch betriebener Holzkohlegrill ist vermutlich für das Unglück verantwortlich", berichtete die Polizeisprecherin gestern unserer Redaktion. Möglicherweise hat die Familie in dem Einfamilienhaus am Kotter Feldweg versucht, mit dem Holzkohlegrill zu heizen. Kohlenmonoxid ist ein giftiges Gas, das der Mensch weder riechen noch schmecken kann.

Die Feuerwehr eilte mit einem Großaufgebot am späten Pfingstmontag zu dem Einfamilienhaus im Bereich Hossenhaus. In dem Haus, in dem die siebenköpfige Zuwandererfamilie wohnt, war die 33 Jahre alte Ehefrau aus zunächst unbekannter Ursache zusammengebrochen. Als die Retter eintrafen, war die Mutter schon bewusstlos. Die Besatzungen der Feuerwehr-Rettungswagen, ausgestattet mit Geräten zur Messung des geschmacks- und geruchslosen Atemgiftes CO, stellten beim Betreten des Hauses eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid fest und brachten die Familie ins Freie.

Die Frau und ihr 40 Jahre alter Mann wiesen so schwere Verletzungen auf, dass sie nach Aachen in eine Spezialklinik kamen. Diese besitzt eine spezielle Druckkammer für solche Fälle. Die Kinder - vier Mädchen im Alter von 1, 4, 8 und 9 Jahren sowie ein 7-jähriger Junge - brachten die Einsatzkräfte in ein Remscheider Krankenhaus. Sie erlitten leichte Verletzungen, blieben jedoch zur weiteren Beobachtung in der Klinik.

Wie die Polizei gestern berichtete, atmeten eine 37-jährige Nachbarin, die Hilfe leistete, und zwei Rettungskräfte der Feuerwehr ebenfalls Kohlenmonoxid ein, mussten jedoch nicht im Krankenhaus behandelt werden. "Die Besatzung des Solinger Rettungswagens konnte nach einer ambulanten Behandlung ihren Dienst fortführen", schilderte Einsatzleiter Michael Pölcher. Die Katternberger und Gläßnerstraße mussten für die Dauer des Rettungseinsatzes gesperrt werden. Es kam zu Verkehrsbehinderungen. Die Solinger Retter wurden von Einheiten aus Remscheid und dem Kreis Mettmann unterstützt. Insgesamt befanden sich 62 Einsatzkräfte im Einsatz. Nach der Alarmierung gegen 20.30 Uhr war ein "Massenanfall an Verletzten" in der kleinsten Stufe ausgelöst worden. Damit rückten automatisch Kräfte aus der Nachbarschaft zur Verstärkung an.

An der kleinen, ruhigen Sackgasse Kotter Feldweg wies gestern Morgen schon nichts auf den Großeinsatz in der Nacht zuvor hin. Auch an dem Einfamilienhaus selbst gab es keine Beschädigungen. "Man sieht nichts mehr", hieß es in der Nachbarschaft. Gleichwohl ist das Haus nicht bewohnt, erkennbar am Polizeisiegel an der Eingangstür.

Quelle: RP
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