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Solingen
Fassade erinnert an Geschwister Scholl

Solingen: Fassade erinnert an Geschwister Scholl
In die Fensterfront des neu gestalteten Eingangsbereichs der Schule sind jetzt die Porträts ihrer Namensgeber, der Geschwister Scholl, eingearbeitet. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Die Sanierung des Altbaus der Geschwister-Scholl-Schule Querstraße für 7,5 Millionen Euro ist abgeschlossen. 2017 wird dort noch eine neue Mediothek für die Gesamtschule gebaut. Stadt will Ausweichquartier in Ohligs nicht verkaufen. Von Günter Tewes

Bei Sonnenlicht wirken die großen Konterfeis von Sophie und Hans Scholl, die in die Fensterfront des neu gestalteten Eingangsbereichs mit der roten Verschalung eingearbeitet wurden, am besten. "Das ist ein Hingucker", sagt Rektorin Elke Mosebach-Garbade. "Wir sind Geschwister-Scholl-Schule. Das ist unser Schulprogramm" - und das kommt jetzt sichtbar am Unterrichtsgebäude an der Querstraße zur Geltung. Dafür hat die Ohligser Gesamtschule eigens Kontakt zu den Erben in den USA aufgenommen, um die Rechte fürs Zeigen der Porträts der "Weißen Rose"-Widerstandskämpfer, die sich gegen Krieg und die Nazis gestellt hatten, abzuklopfen.

Bei der Instandsetzung des gut 40 Jahre alten Unterrichtsgebäudes konnte die Gestaltungsidee der Schule nun realisiert werden. Im Zuge der Arbeiten haben die Handwerker mit der aufwändigen Kernsanierung des Altgebäudes an der Querstraße seit zwei Jahren fast jeden Stein umgedreht. "Das kommt einem Neubau gleich", sagt Lutz Blum vom städtischen Immobilienmanagement.

Jetzt sind diese Arbeiten auf Solingens bislang größer Schulbaustelle abgeschlossen. Nach den Herbstferien ziehen 500 Schüler der Mittelstufe mit den Klassen 8, 9 und 10, die während der Bauzeit im früheren Gebäude der Ohligser Hauptschule am Rennpatt untergebracht sind, zurück zur Querstraße. An einem einzigen Tag, der zugleich Projekttag für alle Scholl-Gesamtschüler ist, wird der Umzug gestemmt. "Wir wollen den Unterrichtsausfall dadurch so gering wie möglich halten", erklärt Rektorin Mosebach-Garbade im Gespräch mit unserer Redaktion.

7,5 Millionen Euro investiert die Stadt allein in die Kernsanierung des Altbaus an der Querstraße, einschließlich einer Modernisierung der Turnhallen-Umkleiden. "Wir bleiben im Kostenrahmen", sagt Blum vom Immobilienmanagement. Insgesamt fließen in den Um- und Ausbau der "Scholle" an der Querstraße sogar 9,6 Millionen Euro. Aus der alten Aula ist bereits vor eineinhalb Jahr eine neue Mensa samt Veranstaltungsforum geworden. Nun fehlt noch die Mediothek für den schon abgerissenen alten Pavillon. Im Frühjahr sollen diese Bauarbeiten starten. "Ziel ist, die neue Mediothek bis Ende 2017 fertigzustellen", erklärt Lutz Blum. Der Neubau wird auch einen zusätzlichen Klassenraum für den Ganztag beinhalten. Dass dies jetzt etwas größer werden kann, als ursprünglich vorgesehen, ist nach den Worten von Rektorin Mosebach-Garbade dem Einsatz der Schule und des Schulvereins zu verdanken, die für die Mehrkosten aufkommen, unter anderem durch Sponsorenaktionen.

Wie die Stadt das Gebäude der früheren Ohligser Hauptschule am Rennpatt nutzt, sobald die Scholl-Gesamtschüler nach den Herbstferien ausgezogen sind, ist noch nicht entschieden. "Es gibt mehrere Ideen, das wird derzeit geprüft", sagt Blum vom städtischen Immobilienmanagement.

Möglicherweise wird der Rennpatt erneut zum Ausweichquartier für Schüler angesichts des immensen Sanierungsstaus in Unterrichtsgebäuden. Ein Verkauf der Immobilie ist heute jedenfalls kein Thema im Rathaus. Vor Jahren sah das noch ganz anders aus.

Quelle: RP
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