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Solingen
Faszinierende Geschichten einer sportlichen Schulklasse

Solingen. Volksschule Löhdorf: Klassentreffen nach 75 Jahren. Von Wolfgang Günther

Zwei abgegriffene Klassenfotos zeigen etwa 40 Schüler einer Klasse der Volksschule Löhdorf. "Wir sind fast alle Jahrgang 1926, wurden 1932 eingeschult und 1940 entlassen", erzählt Heinz Tillmanns, er hatte zum 75. Jahrestag der Schulentlassung ein neues Treffen seiner einstigen Mitschüler organisiert. War beim ersten Klassentreffen 1980 die Gruppe noch fast vollständig, kamen gestern nur noch sechs Ehemalige zum Treffen in das Restaurant Wupperterrassen in Unterburg. Darunter war auch Gerd Kaimer, Oberbürgermeister von 1984 bis 1997. "Sehen sie mal, wir Mädchen mussten damals noch Schürzen tragen", erzählt Charlotte Groh beim Betrachten des Gruppenfotos von der Schulentlassung.

Die ehemaligen Schüler sind alle in ihrer Heimat Solingen geblieben, sie können sich noch gut an die Namen ihrer Lehrer und an viele Ereignisse aus ihrer Schulzeit erinnern.

"Wir waren eine sportliche Klasse, die Schule Löhdorf war zu unserer Zeit einmal Stadtmeister im Feldhandball", darauf ist Heinz Tillmanns heute noch stolz. Der 89-Jährige ist nach wie vor als Sänger im Merscheider Männerchor aktiv, und freut sich schon auf die Ehrung zu seinem 75-jährigen Sängerjubiläum im nächsten Jahr. Der Sänger brachte seinen Schulfreunden auch gleich ein Ständchen dar. Zur Freude gab es aber damals nach der Schulentlassung kaum einen Anlass. "Wir Mädchen mussten gleich im Anschluss ein Pflichtjahr absolvieren", erinnert sich Elfriede Berger. Den jungen Männern blieb kaum eine andere Wahl, als Soldat zu werden. Auch Gerd Kaimer hat im Krieg viel erlebt, und ist dabei, seine lange verborgen gehaltenen Tagebuchnotizen zu bündeln. "Ich sollte damals Lehrer werden, und habe bereits im Alter von 13 Jahren erfolgreich eine Aufnahmeprüfung ins Lehrerseminar bestanden, und wenig später meine Staatsprüfung praktisch mit dem Gewehr in der Hand absolviert", erzählt der ehemalige Schulrektor.

Man könnte der Gruppe noch lange zuhören, denn es sind faszinierende Geschichten aus langen Lebensläufen, die von den sechs erzählt werden. "Ich habe es wohl als einzige von uns auf die Höhere Schule geschafft", meint Lore Frickartz, mit 87 Jahren ist sie das Nesthäkchen der Gruppe. Sie besuchte das Lyzeum in Ohligs, wechselte später zum Gymnasium und eröffnete nach der Heirat mit ihrem Mann, dem beliebten Sänger Kuno Frickartz , einen Kiosk am Verschönerungsweg in Vockert.

Geplant ist für die nahe Zukunft ein monatliches Treffen in einer Gaststätte in Löhdorf, der alten Heimat der Volksschüler.

Quelle: RP
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