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Solingen
Feiern für den guten Zweck in der Heide

Solingen. Das Benefiz-Fest am Engelsberger Hof spülte gestern viel Geld für öffentliche Kinder- und Jugendprojekte in die Kasse. Von Alexander Riedel

Wie ein gigantischer Bienenstock wirkte die Lokomotive, die einst den Stein ins Rollen gebracht hatte: Dutzende Kinder tobten auf "Schnaufi" herum, hielten sich an ihrem großen roten Schornstein fest und kletterten über das Geflecht aus Netzen, das die Sanierer um das Gefährt gespannt hatten - so auch die achtjährige Thyra, die vergnügt durch das Fenster des Führerhäuschens ins Freie schlüpfte. "Das ist meine Enkelin", sagte Ursula Ohliger und zückte ihren Fotoapparat. "Früher waren wir öfter hier, inzwischen sind die Interessen ja schon wieder andere", gestand die Solingerin.

Das Benefiz-Fest auf dem Engelsberger Hof wollten sie sich gestern dennoch nicht entgehen lassen. Schließlich war das Programm, das Mitglieder des Vereins "Volldampf für Kinder" auf die Beine gestellt hatten, enorm vielfältig: Es reichte vom Kinderschminken über mehrere Hüpfburgen, an denen die Kinder mit ihren Eltern Schlange standen, bis zu verschiedenen Darbietungen auf der Bühne.

Die jungen Gäste staunten zum Beispiel über die Taekwondo-Vorführung des Polizeisportvereins, beklatschten verschiedene Tanzgruppen und sangen mit Disneys stilecht kostümierter "Eiskönigin" Elsa.

Auch die Spielmobile aus Solingen und Hilden animierten die Kinder zum Mitmachen. An den Imbissbuden konnten sich die Gäste gegen Wertmarken mit frisch Gegrilltem oder Paella versorgen.

Die Einnahmen fließen in Kinder- und Jugendprojekte, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sein sollen. Nachdem die ersten Feste der Sanierung und Wiedereröffnung der zwischenzeitlich gesperrten Spiellok zugutekamen, standen gestern neue Ziele im Fokus: Angriffsfläche für Planungen bietet zum Beispiel die Freizeitanlage Bärenloch. "Da gibt es zwar auch eine Skateranlage und einen Spielplatz für die Kleinen, aber dazwischen weite Abstände", sagte Horst Schulten, Stadtdienstleiter Sport und Freizeit.

Gemeinsam mit Landschaftsarchitektin Melanie Wachenfeld-Schöpp von den Technischen Betrieben stellte er Möglichkeiten vor, die Anlage aufzuwerten. Ein erster Projektansatz trägt den Arbeitstitel "Bärenstrand." Passend zu diesem Thema könnten etwa eine Hängebrücke über den Teich inmitten der Anlage, ein Piratenschiff oder auch ein Strandabschnitt mit Hängematten im Bärenloch entstehen. "Wir werden noch mit dem Verein besprechen, was umsetzbar ist", kündigte Wachenfeld-Schöpp an. Auch Anregungen für andere Projekte nahmen die städtischen Mitarbeiter entgegen.

Wäre es nach den Gästen auf dem Engelsberger Hof in der Ohligser Heide gegangen, hätte es den guten Zweck wahrscheinlich gar nicht gebraucht: Tausende Kinder strömten gestern bei strahlendem Sonnenschein mit ihren Eltern über die Anlage, spielten und tobten. "Für die Kinder ist das einfach super", schwärmte Ursula Ohliger, und gestand: "Dabei haben wir hier noch gar nicht alles gesehen."

Einziger Wermutstropfen war am Sonntag die Verkehrssituation an der Straße Engelsberger Hof: Wegen des großen Andrangs und der vielen parkenden Autos ging es dort zeitweilig nur im Schritttempo vorwärts.

Quelle: RP
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