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Solingen
Felix Kids-Club will in Galerien bleiben

Solingen: Felix Kids-Club will in Galerien bleiben
Anfang 2014 sind Sybilla und Gunter Opitz mit ihrem Angebot in die Clemens-Galerien gezogen. Rund 1000 Kinder kommen jede Woche, der Kids-Club ist für sie eine wichtige Anlaufstelle in der Stadt. FOTO: martin kempner
Solingen. Die Betreiber hoffen, dass sie trotz Outlet-Center ihr zum Kinderparadies umgebautes Ladenlokal behalten können. Von Maxine Herder

Es ist ein Paradies für Kinder und Jugendliche auf 1720 Quadratmetern, das Gunter Opitz geschaffen hat: Ein Paradies mit Kreativ-, Sport-, Werkstatt-, Chill- und Lesebereich, mit Jugend-Club und Vorschulkinder-Spielplatz und einer großen Koch- und Ess-Ecke, in dem jeden Tag für die jungen Gäste frisch gekocht wird. Rund 1000 Besucher kommen jede Woche in den Felix Kids-Club in der ersten Etage der Clemens-Galerien, der Großteil Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern unterwegs sind. Viele von ihnen, sagt Gunter Opitz, wären ohne das Angebot in den Stunden nach der Schule nicht betreut, würden sonst einfach auf der Straße rumhängen. "Wir wollen ihnen Räume und Raum geben, in denen sie sich wohl fühlen, in denen sich jemand um sie kümmert, in denen ihre Talente entdeckt und gefordert werden. Es ist uns ein großes Anliegen, Kindern einen Ort zu geben, an dem sie unabhängig von Hautfarbe, Kultur, Religion und sozialem Hintergrund sein können", so der Pastor der freikirchlichen Gemeinde "Christen in Aktion pro Solingen" (CIA).

Genau dieser Ort, das kleine Paradies, das Gunter Opitz, den die Kinder nur Felix nennen, seine Frau Sybilla und rund 30 Ehrenamtler im Einkaufszentrum am Mühlenplatz in rund eineinhalb Jahren geschaffen haben, steht nun - wie eine Reihe von Geschäften in den Clemens-Galerien - in Frage: Vor rund drei Wochen hat der neue Besitzer bekannt gegeben, die in die Jahre gekommene Einkaufspassage bis Oktober 2016 zu einem modernen innerstädtischen Outlet-Center umzubauen. Was das für ihn und seinen Felix Kids-Club bedeutet, weiß Gunter Opitz noch nicht. "Ich weiß, dass eine Reihe von Nachbarn bereits die Kündigung erhalten haben. Bei uns ist jedoch noch nichts eingetroffen."

Auch deshalb hofft der 66-Jährige, dass sie in den Räumlichkeiten, die ihnen bisher mietfrei zur Verfügung gestellt wurden, bleiben können - und dass er das kleine Paradies, in das er und viele andere so viel Engagement gesteckt haben, erhalten kann. "Wir möchten dem Management der Clemens-Galerien ganz ausdrücklich für die Möglichkeiten, die wir hier haben, danken. Die Bedingungen vor Ort sind optimal: Die Lage ist sehr zentral, der Raum strahlt eine große Freundlichkeit aus. Wir haben auch mit unseren Nachbarn eine sehr gute Verständigung gefunden." Es stehe für ihn fest, so Opitz weiter, dass sie sich auch dem neuen Betreiber und Investor gegenüber fair verhalten wollten. "Wir wussten, dass ein neuer Betreiber kommen würde. Ich habe bereits so manche Idee entwickelt, wie man die Zusammenarbeit noch verbessern könnte. Beispielsweise, indem man die Besucherströme entzerrt, indem unsere Besucher nicht mehr über den Haupteingang reinkommen."

Dennoch will Gunter Opitz nicht unvorbereitet sein, falls doch die Kündigung für den Kids-Club kommen sollte. "Natürlich sind wir auch an Alternativen dran, bei denen derzeit noch Gespräche laufen. Verbindliche Optionen gibt es aber derzeit nicht", so Opitz. Der Kids-Club finanziert sich ausschließlich über Spenden und Sponsoren, und wäre auch für die Zukunft darauf angewiesen, Räume mietfrei nutzen zu können.

Was auch immer passiert: Fest steht, dass der Felix Kids-Club fortbestehen soll. "Und wir möchten auch gerne in Mitte bleiben, da wir wissen, dass hier die größte Dichte an sozial schwachen Familien und Migranten ist", sagt Gunter Opitz.

Wie wichtig das Angebot ist, das er und seine Helfer an jedem einzelnen Tag der Woche machen, zeigen die Zahlen: 2673 Kinder sind derzeit beim Kids-Club angemeldet, rund 4000 Personen kommen monatlich. Tendenz steigend: Zunehmend kommen jetzt auch Flüchtlinge in den Club. "Wir wollen diesen Menschen, die geflohen sind, für ein paar Stunden eine Atmosphäre bieten, in der sie spielen, essen, andere Menschen kennenlernen können."

Quelle: RP
 
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