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Solingen
Fernsehstars begeistert von Feilenfabrik

Solingen: Fernsehstars begeistert von Feilenfabrik
Die Hauptdarsteller der "Turnschuhgiganten" am Set in der Feilenfabrik Ehlis (v.l.n.r.): Ken Duken, Picco von Groote, Nadja Becker und Torben Liebrecht. FOTO: Moll
Solingen. RTL dreht noch bis kommende Woche im Eschbachtal für einen TV-Film über die Brüder Adolf und Rudolf Dassler. Von Anna Mazzalupi und Guido Radtke

Ein paar Pappschachteln weisen noch darauf hin, dass es sich bei dem Fabrikhaus um eine ehemalige Feilenschmiede handelt. Das Schild am rot-braunen Gemäuer und die Lederreste an der Maschine sprechen allerdings eine andere Sprache: Für rund eineinhalb Wochen wird die alte Fabrik Ehlis im Eschbachtal zu einer Schuhfabrik umfunktioniert. Genauer gesagt zu der Turnschuhfabrik der Brüder Dassler.

Unter dem Arbeitstitel "Die Turnschuhgiganten" verfilmt Zeitsprung Pictures in Zusammenarbeit mit G5 fiction für RTL, wie aus der kleinen Schuhmanufaktur der Brüder Adolf (Ken Duken) und Rudolf (Torben Liebrecht) in Herzogenaurach Anfang der 20er Jahre die bekannten Sportartikelhersteller Adidas und Puma entstanden sind.

"Das ist eine der interessantesten deutschen Geschichten, die man erzählen kann", sagte Produzent Michael Souvignier jetzt bei einer Pressekonferenz am Filmset in der alten Fabrik, in der seit Montag gedreht wird. Einige der Maschinen der Fabrik Ehlis konnten für das Set verwendet werden, die meisten Requisiten hat das Team allerdings selbst mitgebracht. Die Villa im Hintergrund wird ebenfalls, leicht digitalisiert verändert, im Film zu sehen sein. Die Innenaufnahmen finden in einer Wuppertaler Villa statt.

Der Film zeigt, wie aus der kleinen Schuhmanufaktur der Brüdern Adolf und Rudolf in Herzogenaurach Anfang der 20er Jahre die Sportartikelhersteller Adidas und Puma entstanden sind. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Die traditionsreiche Fabrik, in der an bis zu elf Tagen drei Stationen des Schuhimperiums gedreht werden, ist mit ihrem Charme ideal für das Team. "Die Firma hat Patina, erzählt Geschichte. Das ist eine grandiose Location und ein Glücksfall, dass wir dieses Kleinod entdeckt haben", erklärte Souvignier.

Auch Schauspieler Torben Liebrecht, dessen Herz als Rudi Dassler für Puma schlägt, lobte das stilechte Set für den historischen Film: "Was man an diesem Ort spürt, ist Handwerkskunst, die Liebe zum Detail. Wenn ich morgens ans Set komme, bin ich beeindruckt". Christina Bentlage von der Film- und Medienstiftung NRW schwärmte: "Ich habe selten ein so beeindruckendes Set für einen Fernsehfilm gesehen". Die Filmstiftung unterstützt die Produktion mit 1,5 Millionen Euro nicht nur wegen der Drehorte in NRW, sondern auch, weil es um ein Stück deutscher Geschichte geht. Zu den zeitgetreuen Requisiten zählen unter anderem auch spezielle Anfertigungen verschiedener Schuhmodelle, die den Originalexemplaren aus den Archiven von Puma und Adidas nachempfunden sind.

Jüngst wurden Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg gedreht, die zeigen, wie die Fabrikproduktion der Dasslers unter dem Druck der Nazis fast zum Erliegen kommt und zur Herstellung von Panzerfäusten gezwungen ist. Das Filmteam wird noch bis kommende Woche im Eschbachtal aufnehmen. Wenn das Wetter mitspielt, wird die Arbeit nur wenige Kilometer entfernt in Solingen fortgesetzt. Der vorige Woche ausgefallene Dreh im Walder Stadion - aufrund strahlenden Sonnenscheins - soll voraussichtlich am Donnerstag, 24. September, nachgeholt werden. In der Jahnkampfbahn soll das verregnete Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 nachgestellt werden. Einige hundert Statisten aus Solingen und Umgebung sind an diesem Tag vor dem Kamera dabei.

Quelle: RP
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