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Ehrenamt In Den Gemeinden Frank Klopp
Finanzkirchmeister der Stadtkirche

Solingen. Es war die Konfirmation seiner ältesten Tochter im Jahr 1996, die Frank Klopp auf die Idee brachte, sich in der evangelischen Stadtkirche am Fronhof zu engagieren. Zunächst arbeitete er in der Jugendarbeit mit. Von Sandra Grünwald

"Ich habe reingeschnuppert", erinnert er sich, "bis ich dann ins Presbyterium gewählt wurde." Das war im Jahr 2000 und bis heute hat sich daran nichts geändert. "Ich bin derjenige, der als längstes im Presbyterium ist."

Frank Klopp hat ein ganz besonders Ehrenamt inne. "Ich bin Finanzkirchmeister", sagt er. Das bedeutet, dass er für alles zuständig ist, wass in irgendeiner Form mit Finanzen zu tun hat. Also quasi eine Art Finanzminister der Stadtkirche. "Bei allem, was mit Finanzen zu tun hat, werde ich angerufen", erklärt Klopp und fügt hinzu: "Hausfrieden gibt es bei uns nicht." So ist er in ständigem Kontakt mit Pfarrerin Degen. Er weiß, welche Anschaffung von welchem Konto bezahlt werden muss.

Eine Hauptaufgabe ist die Aufstellung des Haushaltsentwurfs der Gemeinde, der jedes Jahr vorgelegt werden muss. Dabei wird genau aufgeführt, wie viel Geld für welche Ausgaben aufgewendet werden können. Das ist bereits unter normalen Umständen ein verantwortungsvolles und zeitraubendes Amt, doch hatte Frank Klopp mit der Renovierung und dem Umbau der Stadtkirche eine ganz besondere Herausforderung zu meistern. "Da ging es um einen Umfang von 4,2 Millionen Euro", verrät er. Jeden Tag war er vor Ort, um mit Architekten oder Handwerkern zu verhandeln. "Ich habe zu meiner Frau gesagt, dass ich in meiner Freizeit mehr in der Stadtkirche gearbeitet habe, als während meines Berufslebens bei den Stadtwerken", erzählt er lachend.

Gelernt hat Frank Klopp Industriekaufmann, arbeitete dann zunächst als Busfahrer bei den Solinger Stadtwerken. Er war im Betriebsrat, wurde Mitglied verschiedener Aufsichtsräte, besuchte Seminare. "Bis zu meiner Rente war ich als Administrator tätig." Schon während seiner Berufszeit machte er die Erfahrung: "Wer Vieles macht, wird immer wieder gefragt." Und so vermehren sich die Ämter. Auch die ehrenamtlichen Aufgaben. Denn neben seiner Tätigkeit als Finanzkirchmeister ist Frank Klopp auch für die Herausgabe des Gemeindebriefs zuständig. "Der kommt viermal im Jahr", sagt er. Außerdem ist er Mitglied des Bevollmächtigtenausschusses der drei Gemeinden Stadtkirche, Dorp und Lutherkirche. "Die drei Gemeinden haben ja gemeinsame Objekte und über deren Belange wird im Bevollmächtigtenausschuss beraten und entschieden."

Aktuell versucht die evangelische Stadtkirche, das ehemalige Zentrum an der Margaretenstraße zu verkaufen. Auch da ist Frank Klopp involviert. Bis 2019 ist er in jedem Fall noch Finanzkirchmeister, obwohl er bei der letzten Presbyteriumswahl eigentlich schon gerne kürzergetreten wäre. "Ich werde in diesem Jahr 67", verrät er. "Aber es hieß, ich sei der einzige, der das Wissen für dieses Amt habe, und so habe ich mich noch einmal überreden lassen."

Das Problem sei, dass sich kaum noch jemand finde, der im Presbyterium mitarbeiten wolle. "Man findet immer weniger Ehrenamtliche", bedauert Frank Klopp. "Dieses Amt ist mit Arbeit verbunden." Zu den monatlichen Sitzungen kommt die Ausschussarbeit hinzu. "Es ist so viel, wofür die Kirche zuständig ist." Bisher hätte man aber immer genügend Kandidaten gefunden und Frank Klopp hofft, dass es auch 2019 wieder so sein wird.

Quelle: RP
 
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