| 16.11 Uhr

Solingen
Fixe Antwort unter einer Nummer

Solingen. Künftig müssen die Solinger Bürger nicht mehr lange durch die Stadtverwaltung telefonieren, wenn sie etwas wissen wollen. Im Bergischen Servicecenter, einer Telefonzentrale, der sich die Klingenstadt jetzt anschließt, werden die meisten Anrufe sofort beantwortet. Von Susanne Genath

Noch ist das Großraumbüro mit Rundum-Blick über Wuppertal-Barmen leer. Doch ab 1. Mai kehrt Leben darin ein. Dann werden acht Mitarbeiter der Solinger Stadtverwaltung einziehen und in Sachen Bürgeranfragen fit gemacht. Denn Solingen schließt sich dem Bergischen Servicecenter der Städte Wuppertal und Remscheid an. Dies hat der Rat gestern beschlossen. "Einen Monat dauert die Einarbeitung der neuen Mitarbeiter", weiß Axel Heinemann, der Leiter des Servicecenters. "Am 1. Juni kann Solingen dann dazugeschaltet werden."

Zurzeit arbeiten in der Telefonzentrale in der fünften Etage des ehemaligen BEK-Gebäudes in den Barmer Anlagen fünf Männer und 36 Frauen. Aus der Klingenstadt werden zwei Männer und sechs Frauen hinzukommen. "Denn die zusätzlichen Anrufe aus Solingen könnten wir mit dem vorhandenen Personal nicht stemmen", erklärt der 48-Jährige, der das Servicecenter vor zwei Jahren zuerst nur für Wuppertal mitaufgebaut hat. Remscheid beteiligt sich seit dem vergangenen August.

Das Servicecenter ersetzt die bisherigen städtischen Telefonzentralen. Über die Nummer 290-0 werden künftig auch die Solinger Bürger dort landen. Angst vor einem Weiterverbindungsnirwana, weil in Wuppertal niemand weiß, wer zuständig ist, müssen sie aber nicht haben. Im Gegenteil. Rund 30 Sekunden dauert die Wartezeit, bis ein Mitarbeiter im Servicecenter abhebt. Und der kann sogar 90 Prozent der Anrufe zu Einwohnermeldefragen, Elterngeld und Schwerbehindertenrecht sofort beantworten, berichtet Axel Heinemann. Bei anderen Anfragen beträgt die direkte Erledigungsquote etwa 80 Prozent.

Zahlen, von denen die Klingenstadt nur träumen kann. Denn bislang liegt die telefonische Erreichbarkeit der Stadtverwaltung bei nur 54 Prozent, hat eine Messung ergeben. Mit der Beteiligung an dem Bergischen Servicecenter will man nicht nur den Bürgern schneller weiterhelfen, sondern durch eine effizientere Arbeit auch Kosten sparen. "In Wuppertal ersetzt jeder Mitarbeiter im Servicecenter 1,2 Stellen in der Verwaltung", berichtet Axel Heinemann.

Alle Beschäftigten hätten sich selbst auf die Stelle in der Telefonzentrale beworben. Einfach versetzt worden sei niemand. "Das geht auch nicht, weil die Leute für die Arbeit geeignet sein müssen", erklärt der 48-Jährige. Eine Telefonstimme, schnelle Auffassungsgabe und Kommunikationsfähigkeit seien Voraussetzungen, die nicht jeder erfülle. Die acht Neuen aus Solingen kämen ebenfalls auf eigenen Wunsch, drei von ihnen aus der bisherigen Telefonzentrale. "Grundsätzlich haben wir viele Quereinsteiger, wie Politessen, Schulhausmeister und Kindererzieher." Das Arbeitsklima sei gut. "Die Leute arbeiten gerne hier und sind motiviert." Das gelte auch für ihn.

Quelle: RP
 
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