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Solingen
Flüchtlingsheim mit Hakenkreuzen beschmiert

Solingen. Der Hausmeister einer Flüchtlingsunterkunft an der Cronenberger Straße hat die Schmierereien am Donnerstagmorgen entdeckt: Unbekannte Täter hatten je zwei Hakenkreuze an die Fassade sowie auf den Gehweg vor dem Gebäude mit schwarzer Farbe gesprüht.

"Wir sollten uns hüten, diese Schmierereien als Dummejungenstreich abzutun", sagt Norbert Feith. Darin sei sich der Oberbürgermeister mit der Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher nach einem Telefonat einig. "Indem die Täter das Haus markierten, wollten sie die Menschen, die dort wohnen und die in unserer Stadt Zuflucht gesucht haben, einschüchtern und Angst verbreiten." Feith betont, das man sich in Solingen nicht davon abbringen lasse, auch weiterhin Flüchtlinge willkommen zu heißen.

Nach den jüngsten Vorfällen in Tröglitz, wo eine noch nicht bezogene Flüchtlingsunterkunft in Brand gesetzt worden war, sei man bei der Polizei äußerst sensibilisiert. "Im Bergischen ist es der erste Vorfall dieser Art", erklärt ein Polizeisprecher. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die zwischen Mittwoch, 15. April, ab 15 Uhr und Donnerstag, 16. April, bis 7 Uhr verdächtige Beobachtungen im Umfeld des Flüchtlingsheims gemacht haben. "Es helfen auch Informationen darüber weiter, dass zu einer bestimmten Uhrzeit noch alles in Ordnung gewesen ist", sagt ein Sprecher der Polizei. So könne der Zeitraum der Tat genauer festgelegt werden.

Die Stadt hat schnell reagiert und die Hakenkreuze beseitigt, nachdem die Polizei bei ihren Ermittlungen Farbspuren gesichert hatte. Die Fassade wurde noch am Donnerstag neu gestrichen, der Gehweg gereinigt. Gestern haben Spezialkräfte letzte Rückstände beseitigt.

Hinweise an die Kriminalpolizei unter 0202 / 284-0.

(gra)
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