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Solingen
Flüchtlingspatenschaften: Hilfe auf Augenhöhe

Solingen. Beim Patenschaftsprojekt "Wenn aus Fremden Freunde werden" helfen Jugendliche gleichaltrigen Flüchtlingen. Von Benjamin Dresen

Jungen Flüchtlingen soll es leichter fallen, sich in Solingen einzuleben. Dazu soll das Patenschaftsprojekt "Wenn aus Fremden Freunde werden" des Awo-Jugendtreffs Jump In auf die ganze Stadt erweitert werden. Das Stadtteilzentrum Interju an der Ohligser Nippesstraße hatte deshalb zu einem Informationsabend hiesige und geflüchtete Jugendliche eingeladen.

Im Jump In läuft das Projekt bereits seit September 2014. "Wir haben da schon die Not gesehen und hatten die Idee für die Eins-zu-eins-Patenschaften", berichtet Jump-In-Mitarbeiterin Marina Dirks. Mittlerweile steht jetzt jeden Montag das internationale Jugendcafé im Mehrgenerationenhaus als fester Termin. Dort treffen sich regelmäßig zehn bis 15 Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren. In Solingen-Mitte hat sich bereits ein Pool von freiwilligen Paten gebildet, die auf Abruf aktiviert werden können.

Der Interju e.V. ist seit Anfang 2015 in der Arbeit mit Flüchtlingen engagiert. "Wir wissen, welcher Bedarf besteht", sagt Interju-Mitarbeiter Jörn Küppers: Die Flüchtlinge möchten ihre Deutschkenntnisse verbessern und anwenden, sie haben Fragen zum Thema Schule und Ausbildung und möchten ihre Hobbys weiterführen, etwa Sport oder Musik, berichtet er. Hierbei können die Patenschaften unter Gleichaltrigen eine Hilfe sein. Marina Dirks weiß aber: "Für die Patenschaften brauchte es Zeit, bis sich Vertrauen aufbaut und gemeinsame Interessen gefunden sind."

Ramón Hergeth schaut bereits regelmäßig im internationalen Jugendcafé im Jump In vorbei. "Es ist recht entspannt dort", erzählt er von den Terminen, die hauptsächlich von Flüchtlingen besucht sind. "Es ist schon mal kompliziert, wenn niemand Deutsch spricht, aber irgendwie versteht man sich immer. Notfalls geht man zusammen an den Billardtisch."

"Es ist ja eigentlich nur richtig, sich zu engagieren", sagt der 17-jährige Tom Leo, der ins Interju gekommen ist, um sich zu informieren. Es seien zwar Betreuer für die Jugendlichen da, "aber viele haben keinen Ansprechpartner in ihrem Alter".

Alle Interessierten füllten einen Fragebogen aus: Wo besteht Bedarf seitens der Flüchtlinge? Was kann ein Pate leisten? Im Café in der ersten Etage konnten die Jugendlichen in entspannter Atmosphäre eine Runde Kickern, Billard spielen oder eine Kleinigkeit essen. Bei einer Fotoaktion wurden die Portraits zweier Personen zu einem Bild verschmolzen. Die Bilder kommen später in der Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz.

Bei einem weiteren Projekt soll mit hiesigen und geflüchteten Jugendlichen ein Film über die Themen Antirassismus und Angst entstehen. Das Ergebnis soll später in Schulen gezeigt werden. Hierfür sammelten die jungen Besucher gemeinsam Ideen.

Die internationalen Jugendtreffs im Jump In (Konrad-Adenauer-Straße) sind montags von 17 bis 19 Uhr und im Interju (Nippesstraße) dienstags, mittwochs und donnerstags in der Zeit von 17 bis 20 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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