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Schwerpunkt Terrorgefahr
Franzosen sagen Besuch von Schülern in Solingen ab

Schwerpunkt Terrorgefahr: Franzosen sagen Besuch von Schülern in Solingen ab
"Es geht nichts über eine persönliche Begegnung": Schwertstraßen-Schulleiter Klaus Blasberg hält einen Schüleraustausch für "unverzichtbar". FOTO: mak
Die Gymnasien Schwertstraße und August-Dicke hatten sich auf die Gastschüler gefreut. Solinger Kinder hatten für die 13- und 14-Jährigen aus Chalon-sur-Saône schon Adventskalender bereitgelegt, damit auch sie bei ihnen in der Familie morgens ein Türchen mit einer Überraschung öffnen können.

"Die schicken die Kinder jetzt in die Partnerstadt nach Frankreich", sagte Schwertstraßen-Schulleiter Klaus Blasberg gestern. Die Kalender sollen den Schülern in Chalon-sur-Saône zumindest einen kleinen Ausschnitt von der Herzlichkeit vermitteln, mit der sie in Solingen empfangen worden wären - wenn schon so vieles von den Terroranschlägen in Paris überschattet wird.

Der Schüleraustausch muss ausfallen. Frankreichs Präsident Francois Hollande hat nach der Anschlagsserie den Ausnahmezustand in seinem Land auf drei Monate verlängert. Klassenreisen sind ausdrücklich verboten. Die 30 Schüler aus der Partnerstadt, die im Dezember nach Solingen kommen wollten, haben ihren Besuch abgesagt. Damit entfällt auch der Empfang durch Oberbürgermeister Tim Kurzbach. "Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren. Trotzdem tut es mir Leid für alle, die sich auf diese deutsch-französische Begegnung gefreut hatten", sagte der OB. Gerade jetzt, wo Europa vor globalen Herausforderungen stehe, sei es besonders wichtig, den Kontakt zu halten, den Austausch zu pflegen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen im Gespräch zu sein.

"Der Austausch von Schülern ist unverzichtbar. Es geht nichts über eine persönliche Begegnung", betonte Rektor Klaus Blasberg. Gymnasien Schwertstraße und August-Dicke-Schule als Partner des Austauschs planen jedenfalls weiterhin den Gegenbesuch in Chalon für März 2016 - und sie hoffen, den ausgefallenen Besuch in Solingen zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

"Die Situation wird im Unterricht besprochen, insbesondere in den Jahrgangsstufen 8 und 9, die dieser Schüleraustausch betrifft", sagte Monika Schneider, Leiterin der August-Dicke-Schule.

(tws)
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