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Solingen
Frauen in Liberia - Hoffen auf eine Zukunft

Solingen: Frauen in Liberia - Hoffen auf eine Zukunft
Pfarrerin Jutta Degen, Sabine Koch, Julia Rasemann und Brigitte Hill (v.l.) von der Initiative "Direkt nah dran" mit den Fotos der Ausstellung "Frauen in Liberia", die in der Stadtkirche am Fronhof zu sehen ist. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. In der Stadtkirche am Fronhof ist eine Fotoausstellung über Frauen in Liberia zu sehen. Acht engagierte Solingerinnen der Initiative "Direkt nah dran", unter ihnen Pfarrerin Jutta Degen, haben die Schau organisiert. Von Guedny Schneider-Mombaur

Die 24 großformatigen Farbfotos im Kirchraum der Stadtkirche am Fronhof erzählen in Kombination mit den informativen Texttafeln vom aktuellen Leben der Frauen in Liberia. Sie spiegeln die Hoffnung auf Zukunft und auf ein Leben ohne Gewalt in dem afrikanischen Land wider. Bis zum 18. September, möglicherweise auch länger, ist die bemerkenswerte Fotoausstellung in dem Gotteshaus in der City zu sehen. Organisiert wird die Ausstellung von acht engagierten Solingerinnen aus verschiedenen Berufsgruppen, die sich Anfang des Jahres zu einer unabhängigen Initiativgruppe zusammengeschlossen haben. "Direkt nah dran", so der programmatische Name der Frauengruppe.

Pfarrerin Jutta Degen, Sabine Koch, Julia Rasemann und Brigitte Hill sind Mitstreiterinnen bei "Direkt nah dran".

14 Jahre Bürgerkrieg haben Liberia und die Menschen schwer gezeichnet. Hunderttausende Frauen und Mädchen erlebten sexualisierte Gewalt, wurden gefoltert und traumatisiert und allein ihrem Schicksal überlassen. Auch in der heutigen Nachkriegsgesellschaft sind liberianische Frauen nicht sicher vor Übergriffen und Ausbeutung.

Doch die Fotos zeigen nicht das Leid und die Qualen. Sie schrecken nicht ab, sondern veranschaulichen in eindrücklicher Weise, welche hoffnungsvollen Prozesse die Arbeit der Hilfsorganisation vor Ort erzielt.

Lachende Frauen in farbenfrohen, traditionellen Gewändern sitzen im "Palaver hut", einer einfachen Dorfhütte, zusammen. Diese von der Hilfsorganisation gemeinsam mit den Frauen vor Ort gebauten "sicheren" Treffpunkte fördern den Austausch traumatisierter Frauen untereinander. Einige Fotos dokumentieren die Hilfe zur Selbsthilfe - lokale Mitarbeiterinnen werden zu Dorfberaterinnen ausgebildet, die Solidargruppen aufbauen sollen.

"Direkt nah dran" - die Frauengruppe engagiert sich ehrenamtlich und setzt sich ausschließlich für humanitäre Ziele und Interessen ein. Jährlich wechselnd will die Gruppe ein soziales Projekt fördern. In diesem Jahr fiel die Wahl auf "medica mondiale e.V.", eine Frauenrechts- und Hilfsorganisation, die sich weltweit für vergewaltigte oder von anderer Gewalt betroffene Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten einsetzt. "Der erste Schritt zur Veränderung ist die Wahrnehmung." Dieser Satz der Gründerin von "medica mondiale" kann als Leitmotiv für die Fotoausstellung in der evangelischen Stadtkirche stehen.

Die Kölner Fotografin Rendel Freude hat die Mitarbeiterinnen von "medica mondiale" zwei Wochen quer durch Liberia begleitet. Von ihr stammt der Großteil der ausgestellten Fotografien. Sie zeigt Bilder von positiven weiblichen Lebensmodellen: ein Leben ohne Gewalt. Der vertrauensvolle Kontakt zu den Frauen ermöglichte intensive Porträts und unmittelbare Menschenbilder.

Nach den Worten von Pfarrerin Jutta Degen ist der Kirchraum der Stadtkirche, die unlängst von Grund auf saniert wurde, ein idealer Ausstellungsort.

Quelle: RP
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