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Solingen
Frauenpower für Zukunftsthemen

Solingen: Frauenpower für Zukunftsthemen
Ariane Bischoff (l.) ist ab sofort dafür zuständig, die umweltgerechte Umgestaltung der Stadt voranzutreiben. Evelyn Wurm soll dafür sorgen, dass sich mehr Bürger bei wichtigen Entscheidungen einbringen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Mit Evelyn Wurm (Bürgerbeteiligung) und Ariane Bischoff (Nachhaltigkeit) werden sich fortan zwei Frauen im Rathaus um zukunftsweisende Themen kümmern. Ziel ist es, auch die Akzeptanz der Menschen für Veränderungen zu erhöhen. Von Martin Oberpriller

Die Verantwortlichen im Solinger Rathaus wollen bei der Beteiligung der Bürger neue Wege gehen - und gleichzeitig die Stadt umwelttechnisch voranbringen. Das bekundeten gestern Oberbürgermeister Tim Kurzbach sowie Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, die darum jetzt zunächst einmal einige Weichen in der Stadtverwaltung neu gestellt haben. So wird sich Evelyn Wurm, bislang unter anderem zuständig für strategische Entwicklung, fortan um die Bürgerbeteiligung kümmern. Und Ariane Bischoff, die bis dato im Stadtdienst Natur und Umwelt für den Agenda-21-Prozess verantwortlich zeichnete, sorgt sich ab sofort für die nachhaltige Entwicklung der Stadt.

Damit wird der Frauenanteil unter den Entscheidungsträgern in der Verwaltung weiter gestärkt, wobei dies jedoch nach Ansicht der Rathausspitze nicht die einzige Neuerung bleiben wird. "Es ist klar, dass sich in Solingen in Zukunft vieles ändern muss", sagte Tim Kurzbach bei der gestrigen Präsentation der zwei weiblichen Führungskräfte mit neuem Aufgabengebiet.

Dabei kommt es dem OB vor allem darauf an, dass die Bürger bei den Veränderungen das sprichwörtliche Heft des Handelns selbst in die Hände nehmen. Aus diesem Grund soll der Beteiligung der Menschen an Entscheidungen größeres Gewicht eingeräumt werden. So ist vorgesehen, die Bürger in Zukunft stärker als bislang üblich in die Entwicklung von Projekten einzubinden.

Von der Planung und Umsetzung neuer Bauvorhaben über die Entwicklung von Gewerbegebieten wie etwa auf dem alten Rasspe-Areal bis hin zu zusätzlichen Kita-Standorten - der Fantasie bei der Bürgerbeteiligung sind fast keine Grenzen gesetzt. Was auch für die Art und Weise gilt, mit der die Solinger zur aktiven Mitgestaltung animiert werden sollen. So sind ab dem kommenden Jahr unter anderem Bürgerversammlungen, aber auch Workshops sowie weitere Mittel der Partizipation vorgesehen, die bereits in anderen Städten - etwa Bonn und Heidelberg - erprobt wurden. Erste umfassende Schritte in diese Richtung wurden gestern Abend im Unterausschuss Bürgerbeteiligung und Transparenz besprochen, um die neue Struktur der verstärkten Bürgerbeteiligung mit Beginn des neuen Jahres mit Leben zu füllen.

Und ähnlich konsequent soll von nun an auch das Thema Nachhaltigkeit vorangetrieben werden. Ziel ist es, sämtliche Entwicklungen in der Stadt auf ihre Zukunftsfähigkeit und Umweltverträglichkeit zu überprüfen sowie die Menschen ebenfalls mehr als bisher in die dazu notwendigen Entscheidungen mit einzubeziehen.

Dass Solingen - gerade mit Blick auf das am Wochenende in Paris verabschiedete Klimaabkommen - einiges zu bieten hat, daran jedenfalls hat Oberbürgermeister Kurzbach keinen Zweifel. "Mit unseren Obussen haben wird doch schon seit Jahrzehnten im Bereich der E-Mobilität Erfahrung", sagte das Stadtoberhaupt, das darüber hinaus einen Schwerpunkt in Sachen Nachhaltigkeit auch auf soziale Belange, etwa faire Arbeitsverhältnisse, legen will.

Tabus soll es dabei nicht geben. "Wir werden unsere eigenen Prozesse ebenfalls überprüfen", kündigte Kurzbach an, der auf diese Weise die Stadt Solingen zu einer Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit machen will.

Quelle: RP
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