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Solingen
Freundschaft verbindet zwei Welten

Solingen. Der "Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega" feierte das 30. Jubiläum der offiziellen Beziehung Solingens zur Stadt in Nicaragua. Von Alexander Riedel

Als Freudentränen über Astrid Herreras Gesicht kullerten, eilte der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach mit einem Paket Taschentücher zu Hilfe: Bei der Feierstunde zum 30-jährigen Bestehen der Städtefreundschaft zwischen Solingen und Jinotega herrschte im Kunstmuseum ein überaus familiärer Umgang. "Ich konnte viele Lehren aus der gemeinsamen Arbeit ziehen", freute sich Herrera vom Bildungszentrum "La Cuculmeca" aus der nicaraguanischen Stadt. Das arbeitet eng mit dem Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega" zusammen. Die Ausbildung und Alphabetisierung der Bevölkerung stehen im Mittelpunkt dieser Kooperation.

Begonnen hatte alles vor 30 Jahren: Unter dem Eindruck der Entmachtung von Diktator Anastasio Somoza Debayle Ende der 1970er Jahre und des Kampfes für demokratische und soziale Reformen im mittelamerikanischen Land hatte der Solinger Stadtrat in Juni 1985 auf Initiative des Mittelamerika-Arbeitskreises die Städtefreundschaft beschlossen. Kurze Zeit später gründete sich der gleichnamige Förderverein.

Viele Mitglieder der ersten Stunde gehörten auch am Samstag zu den Gästen im Ratssaal des Kunstmuseums. Hans-Wietert Wehkamp und Jana Firouzkah vom Vorstand des Vereins blickten auf ihre Erlebnisse während der Reisen nach Jinotega und zahlreiche Projekte zurück: Neben den Aktivitäten zur Aus- und Weiterbildung rückten dabei im Laufe der Jahre auch die Themen Klimaschutz und Ressourcen-Schonung immer mehr in den Vordergrund: Die 2013 gegründete Initiative NAKOPA, das steht für "Nachhaltige kommunale Partnerschaft", ermöglichte unter anderem die Installation von Solaranlagen in zwei Dörfern der Region rund um Jinotega, die bis dato komplett von der Stromversorgung abgeschnitten waren. Bereits in den 1980er Jahren hatte Künstler Jan Boomers eine Kunstaktion zugunsten der Stadt ins Leben gerufen, die sein Sohn Dr. Jan Boomers, ebenfalls Mitglied des Vereins, fortführt. Seit 2004 gibt es zudem einen Schüleraustausch zwischen der Gesamtschule Solingen und Jinotega. Unterstützung erhält der Förderverein auch von der "Eine-Welt-Gruppe" der katholischen Gemeinde St. Josef an der Krahenhöhe. Deren Kindergarten bereicherte den Festakt mit einer Tanzeinlage. Gitarrist Daniel Ulloa sorgte für lateinamerikanisches Flair im Kunstmuseum.

Nachdem eine Solinger Ratsdelegation im Sommer nach Nicaragua gereist war, gehörten am Samstag viele Vertreter aus der neuen Welt zu den Gästen, darunter auch ein Mitarbeiter der Botschaft und Jinotegas Bürgermeister Leonidas Centeno Rivera. Als Übersetzerin stand ihnen Rita Muckenhirn zur Seite, die für ihre Arbeit als Projektbetreuerin im Auftrag des Fördervereins im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz erhalten hatte.

"Es ist schwierig zu beziffern, was durch die Beziehung zwischen beiden Städten alle erreicht worden ist", sagte der Bürgermeister Jinotegas und betonte: "Wichtiger noch als die vielen Projekte und Zuwendungen ist einfach unsere Freundschaft".

Quelle: RP
 
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