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Dominic Gerberding
"Frisches Essen ist unsere Zukunft"

Dominic Gerberding: "Frisches Essen ist unsere Zukunft"
Kochen ist für ihn nicht nur ein Beruf, sondern eine Leideschaft. Dominic Gerberding (27) hat schon in vielen Sterneküchen im In- und Ausland gearbeitet. Dem Bergischen Land und dem Schmorbraten seiner Oma ist er treu geblieben. FOTO: kempner
Solingen. Das neue Restaurant Pfaffenberg gibt es seit einem Jahr. Nun ist es von seinen Gästen in der "Tour de Menu Gusto" zu einem der besten Luxusküchen der Region gewählt worden. Der Küchenchef kocht aber auch gerne Currywurst.

Das Paffenberg wurde gerade von seinen Gästen in dem Wettbewerb "Tour de Menu Gusto" auf Platz drei in der Kategorie "Food Deluxe" der Region gewählt. Ist das Pfaffenberg Solingens neue Luxusküche ?

Gerberding Bei uns kann man auch Currywurst essen. Ich koche alles gerne - vom Linseneintopf bis zum Filetsteak. Wichtig ist doch, dass das Essen mit Liebe gekocht ist. Entscheidend ist, dass die Produkte frisch sind und alles selbst gemacht ist. Wir backen sogar unser Toastbrot selbst, um Croûtons für den Salat daraus zu machen.

Ist es das, was die Gäste so begeistert?

Gerberding Frisches Essen ist einfach schön. Und ich sehe es auch als meine Aufgabe, das zu vermitteln. Frisches Essen ist unsere Zukunft, nicht diese Fertigspeisen mit den ganzen Zusatzstoffen.

Für manche ist das ja auch eine Budget-Frage.

Gerberding Kochen ist ein Handwerk. Alles muss frisch hergestellt werden, und unsere Preise sind verhältnismäßig niedrig. Für einen Burger zahlt man in einer Fastfood-Kette auch schnell mal 14 Euro. Und darauf sind inzwischen auch viele junge Leute gekommen. Unser Burgerfleisch wird jeden Tag frisch durch den Wolf gedreht. Am Anfang war das noch so, dass die meisten Gäste einfach nur satt werden wollten. Inzwischen bestellen viele auch eine Vorspeise dazu - und das freut mich natürlich.

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt mit den Gästen?

Gerberding Sehr wichtig. Ich stehe jeden Abend bei ihnen und frage, was wir hätten besser machen können.

Und ? Was kann im Pfaffenberg noch besser werden ?

Gerberding Die meisten sind mega begeistert. Und die Gäste, die einmal kommen, kommen auch immer wieder. Gerade viele Solinger kommen zu uns, bedanken sich und sagen mit Tränen in den Augen, dass sie so gut noch nie gegessen hätten.

Das sind ja wahre Gefühlsausbrüche. Kann man da überhaupt noch Ziele haben bei so viel Begeisterung?

Gerberding Wir sind ein komplett junges Team. Das macht uns aus. Jeder ist mit Leidenschaft dabei. Für mich als Koch ist es das Größte, jeden Tag frisches Obst und Gemüse zu haben. Das möchte ich auch weiter ausbauen.

Inwiefern ?

Gerberding Unsere Forellen kommen aus dem Anglerparadies Wermelskirchen, die Erdbeeren bekommen wir aus Leichlingen, die Äpfel aus den Gärten der Gäste oder der Mitarbeiter - frischer geht's nicht. Ich möchte aber noch mehr mit den Bauern aus der Region in Kontakt treten und uns mehr vernetzten, um immer eine super Qualität anbieten zu können.

Das klingt nach einer Mission . . .

Gerberding Absolut. Ich trage das, was ich weiß, gerne an andere weiter, habe zum Beispiel schon Kochkurse in Düsseldorf gegeben. Das wollen wir auch bald im Pfaffenberg anbieten. Wir bekommen viele Nachfragen, gerade auch von Unternehmen.

Was essen Sie eigentlich selbst am liebsten?

Gerberding Ich liebe die Rinderroulade und den Schmorbraten von meiner Oma.

Das klingt aber mehr nach Bergischer Hausmannskost als nach "Food Deluxe".

Gerberding Da hat sich ja inzwischen auch einiges geändert. Ich koche aber nicht nur regional. Viele denken immer noch, gutes Essen sei immer mit "Fine Dining" und Anzug tragen verbunden. Das Publikum in der gehobenen Gastronomie hat sich aber geändert. Bei uns ist das auch alles ganz locker. Man kann gerne in Jeans kommen.

LISA KREUZMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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