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Solingen
Frühlingsfest lockte zum Wipperkotten

Solingen. Etwa 2000 Gäste hat der Förderverein erwartet - und der Besucherstrom hielt den ganzen Tag an. Von Wolfgang Günther

Der Schleiferkotten am Wupperufer ist der älteste produzierende Betrieb Solingens und zugleich auch der letzte mit Wasser betriebene Kotten, der noch voll in Betrieb ist. Am Donnerstag saßen die Schleifer jedoch nicht an ihren Arbeitsplätzen, dafür war beim Frühlingsfest des Fördervereins Schleiferei Wipperkotten zu viel zu tun.

"Wir erwarten etwa 2000 Gäste und sind mit 15 Vereinsmitgliedern am Start", sagte Lutz Peters, der Vorsitzender des 1996 gegründeten Fördervereins. Rund um den idyllisch gelegenen Kotten fanden die Besucher ausreichend Platz, sie wurden mit Getränken und Speisen wie Pferdewurst, Kottenbutter und Kuchen bestens versorgt und erfreuten sich an dem wunderschönen Blick auf die Auenlandschaft an der Wupper. Die Besucher konnten auch den Kotten mit der historischen Wasseranlage besichtigen, und damit einen Blick auf die schwere Arbeit in vergangenen Jahrhunderten werfen.

Wie eh und je dreht sich das Wasserrad am Wipperkotten und treibt über die Transmissionsriemen die Schleifsteine an. Vier selbstständige Handwerker arbeiten normalerweise dort, aber auch zwei Messermanufakturen haben seit einiger Zeit ihr Unternehmen im alten Kotten und nutzen die Wasserkraft. Auch der kleine Verkaufsraum wurde am Feiertag sehr gut besucht. "Wir verkaufen hier Messer, Scheren und Nagelfeilen, die ausschließlich aus der Produktion unserer Solinger Markenfirmen stammen", erklärte Vorstandsmitglied Ulla Sturm. Die Frage eines Kunden nach einem Buchbindermesser war dann allerdings doch zu speziell für den kleinen Laden.

Bei wunderschönen Wetter hielten sich die Besucher am liebsten draußen auf, wo für einen weiteren Blickfang die oberhalb des Wipperkottens aufgestellten Fahrzeuge der Treckerfreunde Solingen sorgten. Frank Müller war mit seinem restaurierten Lanz Bulldog aus Widdert gekommen. "Ich habe mich schon als Kind für Traktoren begeistert - und vor 23 Jahren konnte ich mir diesen Trecker, Baujahr 1955, kaufen", erklärte der Sammler. Gut tausend Stunden Arbeitszeit hat Müller in die Aufarbeitung seines Treckers gesteckt. Der Lanz Bulldog war dann auch das Prunkstück unter dem halben Dutzend Traktoren, die bestaunt wurden.

Der Besucherzustrom hielt den ganzen Tag über an. So hat das Frühlingsfest wieder Geld in die Kasse gebracht, das auch dringend für den Unterhalt dieses Kleinods benötigt wird.

www.schleiferei-wipperkotten.de

Quelle: RP
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