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Solingen
Für Klimagerechtigkeit und zu sich selbst pilgern

Solingen. Wer mitgeht, kann auch den eigenen Lebensgewohnheiten eine neue Richtung geben. Kommenden Dienstag startet eine Etappe in Unterburg. Von Günter Tewes

Sie sind auf dem Weg - die Klimapilger. Auf seiner 1470 Kilometer langen Route zwischen Flensburg und Paris führt der "Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit" am 26. und 27. Oktober auch über Solingen. Am Montagabend werden die Klimapilger aus Wuppertal kommend gegen 17 Uhr in der Dorper Kirche erwartet und mit einer Andacht begrüßt. Um 19.30 Uhr findet in der Stadtkirche ein "Agenda-Nachtcafé" unter dem Titel "Geht doch! Klimagerechtigkeit finanzieren!" statt. Kommenden Dienstag startet dann die neue Tagesetappe des Pilgerwegs (Treffpunkt: 8.30 Uhr an der Talstation der Seilbahn in Unterburg), bei der ebenso Superintendentin Dr. Ilka Werner mit unterwegs sein wird. Sie lädt auch alle Solinger herzlich dazu ein: Wer spontan Interesse habe, könne mitlaufen. Einzelpersonen brauchen sich nicht anzumelden. Handelt es sich jedoch um eine Gruppe, bittet der Kirchenkreis um eine Benachrichtigung.

Über 23 Kilometer wird die Etappe an diesem Tag mit den Stationen Balkhauser Kotten und Rüden bis nach Leverkusen-Opladen führen. Dabei ist es auch möglich, nur Teile der Strecke mitzugehen.

Klimagerechtigkeit - dies ist christliches Programm des Pilgerwegs. "Diejenigen der Welt, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, leiden doch am stärksten unter den Folgen", sagt Dr. Eberhard Löschcke, Ökumene-Pfarrer für das Bergische Land, mit Blick auf Hurricanes, die die Philippinen verwüsten, Ost-West-Afrika, das unter Dürrekatastrophen leidet, und Inseln im Pazifik, die drohen, vom Meer weggespült zu werden.

Nach den Worten von Superintendentin Werner ist der Pilgerweg angesichts des Klimawandels eine deutliche Botschaft nach außen: "Wie verteilen wir die Ressourcen und die Lebenschancen auf dieser Erde?" Zugleich, so Ilka Werner, ist es bei jedem einzelnen Pilger auch ein Weg zu sich selbst: Unterwegs zu sein, in Bewegung zu kommen, das mache den Kopf frei, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen und neu anzusetzen.

Der Ökumenische Klimapilgerweg startete am 13. September in Flensburg und wird Ende November Paris erreichen, wo die internationale Staatengemeinschaft im Dezember ein wirksames neues Klimaabkommen verhandeln will. Tausende Pilger aus christlichen Kirchen, Orden und kirchlichen Initiativen in Deutschland und Frankreich wollen sich mit ihrer Teilnahme an diesem Pilgerweg für ein Gelingen der Klimakonferenz einsetzen. Dazu gehen sie eine oder mehrere Tagesetappen mit. In der alten christlichen Tradition des Pilgerwegs verknüpfen sie dabei die Idee des Unterwegsseins zu einem guten Ziel mit der Erfahrung der Verbundenheit mit anderen und mit Gott. Diesen biblischen Gemeinschaftsgedanken pflegen christliche Kirchen seit jeher auch in ihren weltweiten Partnerschaften über verschiedene Kontinente hinweg.

Seit vielen Jahren bringen dabei immer wieder Christen vor allem aus dem pazifischen Raum ihre wachsende Verzweiflung über die zerstörerischen Folgen des Klimawandels in ihrer Region zur Sprache, teilt Pressepfarrer Thomas Förster mit.

Quelle: RP
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