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Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid
Fußgängerzone ohne Masterplan

Solingen. Der Zustand der Düsseldorfer Straße verärgert Anwohner und sorgt für Diskussionen in der BV. Von Alexander Riedel

Beim Weg über die Düsseldorfer Straße fällt der Blick der Passanten oft auf die eleganten Jugendstil-Fassaden über den Geschäften - allerdings auch auf die veralteten steinernen Hochbeete, Laternenmasten aus den 70er Jahren und ein Pflaster, das ebenfalls schon bessere Zeiten erlebt hat.

"Es wird keiner mit dem Füllhorn kommen", dämpfte Bezirksbürgermeister Marc Westkämper (CDU) die Hoffnungen auf eine baldige Besserung. So übte sich die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid in Pragmatismus. In ihrer Sitzung am Montag beauftragten die Stadtteilpolitiker einstimmig die Verwaltung, zu prüfen, welche Kosten neue Straßenlaternen, Mülleimer, Sitzbänke sowie der Austausch der Bäume mit sich bringen würden, und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

Für die Neubepflanzung etwa brachte die CDU den Fond für Ersatzpflanzung ins Spiel, aus dem auch neue Bäume in anderen Stadtgebieten finanziert worden seien. "Da muss es Mittel geben, in der Innenstadt hat das auch funktioniert", meldete sich Zuhörer Michael Vermöhlen zu Wort, der wie andere Gäste im Verwaltungsgebäude an der Bonner Straße seinem Unmut über die Situation Luft machte. Sonja Häcker vom Stadtdienst Planung, Mobilität und Denkmalpflege kündigte an, die Stadt werde bis Juni Vorschläge zur Bepflanzung vorstellen. Die SPD-Fraktion ließ den Prüfauftrag um eine Kostenschätzung für die Sanierung des Straßenpflasters erweitern.

Initiativen, um die in Bahnhofsnähe gelegene Fußgängerzone mit ihren inhabergeführten Geschäften aufzuwerten, gibt es genug. Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Solingen und dem O-Quartier-Investor, der Unternehmensgruppe Graf von Thun und Hohenstein Veit, besagt, dass jeweils 250 000 Euro in die Modernisierung von Marktplatz und Fußgängerzone fließen - wenn das Einkaufszentrum denn kommt. Zwar kündigte die Geschäftsführerin des Unternehmens nun an, bald mit dem Bau beginnen zu wollen, doch Stadt und Anwohner äußerten sich angesichts der jahrelangen Hängepartie zurückhaltend.

Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG), die mit Hilfe von Mitteln der Eigentümer über fünf Jahre Maßnahmen für den Standort umsetzen will. Allein - ein erster Anlauf scheiterte Ende des vergangenen Jahres an der Ablehnung vieler Eigentümer aus dem ursprünglichen Plangebiet. Denn wenn nicht mehr als 25 Prozent der Grundeigentümer Widerspruch gegen die ISG einlegen, müssen schließlich alle zahlen. Immerhin: Die Initiatoren planen einen zweiten Versuch in einem deutlich verkleinerten Gebiet rund um die Düsseldorfer Straße, um neben deren Verschönerung auch die Verbesserung des Banchenmixes in Angriff zu nehmen. Einstweilen müssen sich die Anwohner der Düsseldorfer Straße eher mit kleinen "Puzzlesteinchen" anstatt eines Gesamtkonzepts zufrieden geben, wie eine Zuhörerin der Sitzung sagte. Einen Masterplan für die Neugestaltung der Fußgängerzone, gab Marc Westkämper zu, gebe es noch nicht.

Quelle: RP
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