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Solingen
Gabriel fordert Ausbildungsstellen

Solingen. Mitgliederversammlung des Solinger Arbeitgeberverbandes im Kunstmuseum

Die Ausbildungsbereitschaft der Solinger Betriebe betrachtet Horst Gabriel mit Sorge. Denn die ist rückläufig, und Solingen bildet derzeit das Schlusslicht bei den gemeldeten Stellen im Bergischen. Der Vorsitzende des Solinger Arbeitgeberverbandes (AGV) appellierte deshalb gestern Abend bei der Mitgliederversammlung des Verbandes im Kunstmuseum an die Unternehmen, in der Ausbildungsbereitschaft nicht nachzulassen. "Angesichts der demografischen Entwicklung sichert die Ausbildung junger Menschen unseren Unternehmen bedarfsgerecht die notwendigen Fachkräfte", betonte Horst Gabriel. Die duale Ausbildung leiste zudem einen wichtigen Beitrag für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes sieht auch bei der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitsprozesse Handlungsbedarf. "Derzeit prallt die betriebliche Realität der Digitalisierung auf Arbeitszeitregelungen, die aus dem letzten Jahrhundert stammen", sagte Gabriel und ergänzte, dass laut einer Umfrage von Metall NRW mehr als 60 Prozent der Betriebe tariflichen Anpassungsbedarf an neue Arbeitsformen sehen. Ebenfalls 60 Prozent würden gern die gesetzliche Zehn-Stunden-Grenze für die täglich zulässige Arbeitszeit zugunsten einer wochenbezogenen Betrachtung aufheben. "Dazu wären auch drei von vier Beschäftigten bereit", so Gabriel.

Mit Blick auf die Landtagswahl forderte der AGV-Vorsitzende einen industriepolitischen Kurswechsel. "Wenn Nordrhein-Westfalen es selbst in konjunkturell guten Zeiten nicht schafft, mit vergleichbaren Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg mitzuhalten, dann liegt hier die Notwendigkeit eines Kurswechsels auf der Hand", sagte Horst Gabriel. Er unterstützt daher die Forderung von "Unternehmer NRW" nach einem verbindlichen wirtschaftspolitischen Masterplan.

(uwv)
 
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