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Solingen
Galerien-Investor kauft Kaufhof-Gebäude

Solingen: Galerien-Investor kauft Kaufhof-Gebäude
Der Kaufhof in direkter Nachbarschaft zu den Galerien spielt bei Überlegungen zur Entwicklung dieser City-Gegend eine zentrale Rolle. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der neue Eigentümer der Galerien hat gestern mit der Stadt gesprochen. Outlet-Idee soll weiter verfolgt werden. Der Investor, eine Frankfurter Entwicklungsgesellschaft, hat nach eigenen Angaben zudem auch den Kaufhof-Bau erworben. Von Martin Oberpriller

Es ist der nächste Paukenschlag für die Solinger Innenstadt. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden ist, dass die Clemens-Galerien vom bisherigen Eigentümer verkauft worden sind, hat sich gestern der neue Investor erstmals selbst zu Wort gemeldet. Dabei stellte Dr. Jochen Stahl, Geschäftsführer der Frankfurter ICG Real Estate Developement, der Solinger Stadtspitze um Oberbürgermeister Tim Kurzbach seine Zukunftspläne für das leerstehende Einkaufszentrum vor.

"Die Idee, eine Art Outlet-Center in den Galerien zu realisieren, ist nach wie aktuell", sagte Stahl nach der Zusammenkunft im Rathaus im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch das ist noch nicht alles. Denn Stahl hat nach eigenem Bekunden nicht allein das Center erworben. "Ich habe vielmehr auch das Kaufhof-Gebäude daneben gekauft", sagte der Geschäftsmann, der gleichzeitig Gesellschafter der neuen Eigentümer-Gesellschaft für die Galerien und Geschäftsführer der mit der Vermarktung betrauten Firma ist.

Die Stadt erwartet, dass der neue Eigentümer schnell ein Konzept für die Clemens-Galerien vorlegt. FOTO: Köhlen (Archiv)

"Am oberen Ende der Hauptstraße soll wieder etwas Schönes entstehen", betonte Dr. Jochen Stahl, der zudem unterstrich, er habe mitnichten das gesamte Immobilien-Portfolio des alten Galerien-Besitzers CR Investment an sich gezogen. Vielmehr sei er mit seiner Immobilien Solingen Projektentwicklungsgesellschaft lediglich bei den Clemens-Galerien sowie eben im Kaufhof-Gebäude eingestiegen, beteuerte Stahl.

Kaufhof selbst konnte eine mögliche Veräußerung seiner in der Klingenstadt angemieteten Immobilie am Dienstagabend in der Kürze der Zeit weder bestätigen noch dementieren. Gleichwohl hatte ein Unternehmenssprecher noch vor einigen Wochen gegenüber unserer Redaktion darauf verwiesen, der Handelskonzern habe erst im Herbst 2016 Investitionen in seiner Solinger Filiale vorgenommen - was wiederum als ein Indiz dafür gelten kann, dass Kaufhof längerfristig vor Ort bleiben will.

Dies kündigte gestern auch Investor Stahl an, der indes zunächst etliche weitere offene Fragen beantworten muss. Beispielsweise machte Oberbürgermeister Kurzbach bei dem Gespräch im Solinger Rathaus unmissverständlich deutlich, dass die Stadt in Sachen Galerien durchaus Forderungen an den neuen Eigentümer habe.

Er erwarte bereits das für nächste Treffen, das möglichst schnell zu terminieren sei, "ernst gemeinte Planungen und ein zukunftsfähiges Konzept für das Center", sagte der OB. So dürfe es auf keinen Fall sein, "dass die Zukunft einer Immobilie, die eine so strategische Bedeutung für die Innenstadtentwicklung" habe, "zu einer spekulativen Hängepartie" werde. Kurzbach: "Eigentum verpflichtet. Stillstand an dieser Stelle der Innenstadt ist unakzeptabel."

Tatsächlich rechnen die Verantwortlichen im Rathaus damit, dass die Entwicklungen rund um die Clemens-Galerien Auswirkungen auf die Perspektiven der gesamten nördlichen City haben werden. Darum gibt es im Rathaus Überlegungen, "die bisherigen Zielsetzungen zu überdenken und die Maßnahmen neu zu justieren", wie Oberbürgermeister Kurzbach am Dienstag sagte. Als Vorbild hierfür könnte der zuletzt durchgeführte Planerwettbewerb zum Omega-Quartier dienen, weswegen die Stadt überlegt, auch für die Gegend rund um die Galerien "externen professionellen Sachverstand nach Solingen" zu holen.

Augenblicklich würden in der Verwaltung die bereits existierenden planerischen Konzepte für die Innenstadt - wie etwa City 2013 - noch einmal zusammengetragen und analysiert, hieß es aus dem Rathaus. Erste Vorschläge dahingehend, wie die Stadt den Stillstand in der nördlichen City zu überwinden gedenkt, will Stadtdirektor Hartmut Hoferichter mit den Mitgliedern des Planungsausschusses dann bei deren nächster Sitzung am 6. Februar diskutieren.

So lange möchte Investor Dr. Jochen Stahl allerdings nicht warten. Nach dem Meeting mit der Solinger Stadtspitze führte den Geschäftsmann sein Weg noch einmal in die zurzeit zu großen Teilen verwaisten Galerien. "Das sieht wirklich traurig aus", sagte Stahl später, der überdies davon berichtete, er habe schon vor ungefähr zwei Jahren einmal Interesse an einer Übernahme des Centers gehabt. Erste Vorstellungen, wie es mit den Clemens-Galerien möglicherweise weitergeht, könnten der Öffentlichkeit laut Investor in wenigen Wochen präsentiert werden.

Quelle: RP
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