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Solingen
Galileum: Altlasten-Risiko bleibt

Solingen: Galileum: Altlasten-Risiko bleibt
Der Kugelgasbehälter in Ohligs soll das neue Planetarium mit Sternwarte beherbergen. Da sich auf dem Gelände zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gaswerk befand, das mit Kohle arbeitete, kann nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, dass sich dort noch Schadstoffe befinden. Bisherige Untersuchungen brachten indes keine solchen Befunde. FOTO: Fotodesign Schwarz
Solingen. Experten gehen davon aus, dass auf dem Gelände des Planetariums kein Gift gefunden wird. Trotzdem werden ständig Proben genommen. Auch die Arbeiter sind geschützt. Zur Restfinanzierung wird ein Kredit erwogen. Von Martin Oberpriller

Über einen Mangel an Arbeit können sich die Verantwortlichen der Walter-Horn-Gesellschaft momentan wirklich nicht beklagen. Erst am Montag gab es ein Gespräch mit der Stadt über den gerade begonnenen Umbau des alten Ohligser Kugelgasbehälter, in dem das neue Galileum entstehen soll. Und heute wartet bereits der nächste wichtige Termin. Dr. Frank Lungenstraß will sich nämlich mit einem Technikausrüster für das zukünftige Planetarium treffen - nachdem der Geschäftsführer der Gesellschaft, praktisch zwischendurch, gestern schnell noch das Jahresprogramm für nächstes Jahr auf den Weg gebracht hat.

Dieses Programm, das unter dem Motto "Kometen" steht, wird nach Lage der Dinge wohl zum letzten Mal in der alten Sternwarte an der Sternstraße über die Bühne gehen. Denn für Ende 2017 ist der Umzug ins Galileum vorgesehen, wobei die Verantwortlichen guter Dinge sind, den Zeitplan einzuhalten. "Wenn das Wetter mitspielt, müssten wir das schaffen", bekräftigte Geschäftsführer Lungenstraß gestern einmal mehr das Ziel.

Gleichzeitig ist der Walter-Horn-Gesellschaft als Betreiberin des neuen Solinger Planetariums mit angeschlossener Sternwarte aber durchaus bewusst, dass bei Bauvorhaben dieser Größenordnung immer wieder etwas Unvorhergesehenes eintreten kann. Weswegen die Verantwortlichen in möglichst allen Bereichen auf Nummer sicher gehen.

So wird vor allem möglichen Altlasten Aufmerksamkeit geschenkt. "Wir rechnen zwar nicht damit, dass wir auf giftige Stoffe stoßen", betonte Lungenstraß am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion. Trotzdem werde man stets aufs Neue Bohrungen vornehmen sowie Proben ziehen. Und auch für die Arbeiter auf der Galileum-Baustelle seien besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Denn schließlich, so der Geschäftsführer der Walter-Horn-Gesellschaft, habe auf dem Grundstück Anfang des 20. Jahrhunderts ein altes Gaswerk gestanden, bei dem Schadstoffe angefallen sein könnten.

Indes ergaben frühere Untersuchungen keine Anhaltspunkte für eine Bodenbelastung, so dass sich die Macher des Planetariums einstweilen auf den Bau des Galileums, dessen technische Ausrüstung sowie die Finanzierung des ganzen Projektes konzentrieren. Immerhin gilt es nach wie vor, für die Technik einen Betrag von bis zu 1,3 Millionen Euro zusammen zu bekommen, von denen laut Planung 350.000 Euro bereits Ende 2016 fällig werden.

Dabei sind verschiedene Geldquellen denkbar, die sprichwörtlich angezapft werden könnten. Beispielsweise wirbt die Walter-Horn-Gesellschaft weiterhin um Sponsoren sowie Spender. Und darüber hinaus erscheint nun zudem ein Weg möglich, der den Verantwortlichen bei der Kalkulation für den eigentlichen Bau noch nicht offen gestanden hatte, weil sonst Fördergelder des Landes NRW verloren gegangen wären. So existieren zurzeit Überlegungen, zumindest einen Teil der für die Planetarium-Technik notwendigen Summe über Kredite aufzubringen.

Gleichwohl bleibt dies bis auf Weiteres Zukunftsmusik. Zunächst einmal ist es vorrangig, mit den Bauarbeiten für den Anbau am Kugelgasbehälter voranzukommen. So werden die Arbeiter in der nächsten Zeit eine über zehn Meter tiefe Grube ausheben, bevor dann später andere Gewerke an der Reihe sind. So werden augenblicklich Verhandlungen mit einem Stahlbau-Unternehmen geführt, die kurz vor dem Abschluss stehen. Insgesamt sind an reiner Bauzeit 161 Arbeitstage eingeplant.

Quelle: RP
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