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Solingen
Galileum: Bauantrag ist eingereicht

Solingen: Galileum: Bauantrag ist eingereicht
Dr. Frank Lungenstraß von der Sternwerte freut sich auf das Galileum im alten Kugelgasbehälter in Ohligs. FOTO: Kempner (Archiv)
Solingen. Noch in diesem Jahr soll auf dem Gelände des alten Kugelgasbehälters an der Tunnelstraße der erste Spatenstich erfolgen. Mit ihrer "Mondwoche" wirbt die Sternwarte um weitere Spenden. Von Alexander Riedel

Bisher war es eine vorsichtige Prognose, nun aber nimmt das Eröffnungsdatum für das große Planetarium im Ohligser Osten Formen an: "Es soll im Sommer 2017 an den Start gehen", verkündet Dr. Frank Lungenstraß, Schatzmeister der Walter-Horn-Gesellschaft. Damit wird sich für die Betreiber der Sternwarte nach rund zehn Jahren Planungszeit ein Traum erfüllen. Der Bauantrag liegt bereits bei der Stadt. Mit einer Bewilligung ist noch in diesem Jahr zu rechnen. "Wir hatten am Dienstag eine lange Sitzung mit vielen Beteiligten aus verschiedenen Dienststellen, um nochmal sämtliche wichtige Aspekte durchzusprechen", berichtet Lungenstraß.

Grünes Licht gab es übrigens auch von Vertretern der Bodenschutzbehörde. "Das Gelände wurde zweimal saniert, wir haben massive Probebohrungen durchführen und die vorliegenden Gutachten durch unabhängige Sachverständige verifizieren lassen", betont Lungenstraß und wendet sich damit gegen die Aussagen des ehemaligen Oberbürgermeisterkandidaten Hakan Canik. Der hatte über Altlasten im Boden rund um den Kugelgasbehälter spekuliert. "Das Grundwasser ist nachweislich sauber", stellt Lungenstraß klar.

Noch in diesem Jahr soll es den ersten Spatenstich geben. "Die Rodungen auf dem Gelände müssen im Winterhalbjahr stattfinden", erklärt der Schatzmeister der Walter-Horn-Gesellschaft. Für das Frühjahr 2016 peilen die Planer des Galileums den Baubeginn an. Zuversichtlich sind sie zudem, dass die Gesamtkosten für Gebäude und Technik in Höhe von 6,3 Millionen Euro nicht überschritten werden. Vier Millionen - das sind 80 Prozent der Kosten für das Gebäude - trägt die Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen. Hinzu kommen Eigenmittel der Sternwarte, die unermüdlich Spenden sammelt - und auf große Unterstützung in der Bevölkerung zählen kann. Eine Bürgschaft der Stadt-Sparkasse in Höhe von 380.000 Euro konnte bereits auf 170.000 Euro reduziert werden. Um mit dem Bau beginnen zu können, müssen die Betreiber der Sternwarte sie komplett ablösen. Auch für die technische Ausstattung benötigen sie noch Sponsoren. Im Internet können die Bürger für eine neue Teleskopmontierung spenden und sich dafür ein Dankeschön aussuchen, vom freien Eintritt in der Sternwarte bis hin zu einer privaten Veranstaltung im Galileum mit Freunden und Verwandten.

Gelegenheit, das große Bauprojekt noch einmal genauer kennenzulernen, haben die Solinger im Rahmen der "Mondwoche" vom 26. September bis zum 4. Oktober. Zum Auftakt am kommenden Samstag stellen Vertreter der Walter-Horn-Gesellschaft das Galileum zwischen 9 und 14 Uhr auf dem Ohligser Wochenmarkt vor. Um 18 Uhr erwartet die Nachwuchsastronomen in der Sternwarte das Kinderprogramm "Einmal Mond und zurück", und um 20 Uhr können Familien am selben Ort die Landung auf dem Erdtrabanten im Zuge der Apollo 11-Mission noch einmal erleben. Hintergrund der Aktionswoche ist die Mondfinsternis am kommenden Montag.

Aktiv beteiligen wird sich am Programm auch die Geschwister-Scholl-Schule, die seit längerem mit der Sternwarte kooperiert und teilweise sogar ihre Räume für größere Veranstaltungen der astronomischen Einrichtung zur Verfügung stellt.

"Wir sind froh, die Entwicklung des Galileums begleiten zu können", freut sich Schulleiterin Elke Mosebach-Garbade. "Mit der Zusammenarbeit können wir unsere naturwissenschaftlichen Aktivitäten enorm aufwerten." Im Laufe der kommenden Woche werden Kurse der Ohligser Gesamtschule ein maßstabsgetreues Modell des Planetensystems herstellen und ihren Mitschülern auf dem Schulhof am Rennpatt vorstellen.

Quelle: RP
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