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Interview René Regier
Geburtstagskind Cow Club

Interview René Regier: Geburtstagskind Cow Club
"Die Solinger Rock- und Popmusik ist alles andere als provinziell, sondern sehr vielseitig", sagt Cow Club-Vorstandsmitglied René Regier. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Anlässlich des 30-jähriges Bestehens blickt der Kassenwart auf die Geschichte des Kulturvereins zurück, dessen Zukunft noch Anfang des Jahres völlig ungewiss war.

Herr Regier, wie war das damals bei der Gründung des Cow Clubs ?

Regier "Ich war nicht dabei, denn ich bin mit 38 Jahren nur acht Jahre älter als der Verein. (lacht) Aber ich bin seit 13 Jahren Mitglied und weiß, dass er damals unter dem Namen "Rock AG / Rock Büro" gegründet wurde und seitdem mehrere Umbenennungen hinter sich hat. Im Jahr 1985 taten sich einige Solinger Musiker zusammen, die keine Lust auf 0815-Musik in ihrer Stadt hatten und eine Alternative schaffen wollten. Sie legten den Grundstein des heutigen Cow Clubs. Wir sind stolz darauf, bis heute durch viel Engagement unseren Slogan "Rock City No. 1" mit Leben gefüllt zu haben."

Was genau sind die Aufgaben des Cow Clubs?

Regier "Der Cow Club ist ein gemeinnütziger Verein, der durch einen eigenen Förderverein sowie dem Kulturmanagement der Stadt Solingen unterstützt wird. Unser Ziel ist es, die Pop- und Rockmusik in Solingen zu fördern. In erster Linie sprechen wir Amateure an. Unser Schwerpunkt ist das Organisieren von Veranstaltungen. Das sind in erster Linie Konzerte für meist Solinger Amateurbands, aber auch Workshops, die Vermittlung von Proberäumen und vieles mehr. Konzertbesucher haben durch den Cow Club die Möglichkeit, immer wieder neue Bands "aus der Nachbarschaft" live und zu bezahlbaren Preisen zu erleben. Wir alle leisten diese Arbeit ehrenamtlich und mit viel Begeisterung. Somit bereichert der Cow Club die Jugend- und Kulturarbeit in Solingen seit drei Jahrzehnten erheblich."

Wer ist Mitglied im Verein?

Regier "Die Mitglieder sind größtenteils selber Musiker oder Personen, die im Bereich Musik in irgendeiner Weise tätig sind. Ich beispielsweise kümmere mich neben meiner Aufgabe als Kassenwart viel um die Organisation der Konzerte. Unser Förderverein hat rund 30 Mitglieder, der Cow Club selbst wird von etwa fünf Aktiven ehrenamtlich getragen. Wir würden uns wünschen, mehr Nachwuchs für die Vereinsarbeit gewinnen zu können, doch dies ist nicht mehr so einfach wie früher. Unser jüngstes Mitglied ist daher bereits knapp 30 Jahre alt. Wer mitarbeiten möchte, ist herzlich willkommen."

Wie hat sich der Cow Club in 30 Jahren verändert ?

Regier "Früher waren unsere Veranstaltungen besser besucht, denn mittlerweile gibt es ein verändertes Ausgehverhalten, und junge Leute sind in ihrer Freizeit viel stärker eingespannt. Trotzdem organisieren wir wie gehabt fast alle zwei Wochen erfolgreich eine Veranstaltung. Mehr als 60.000 Konzertbesucher in 30 Jahren sprechen für sich."

Noch Anfang des Jahres hat es leider gar nicht gut um den Cow Club gestanden ...

Regier "Ja, wir hatten Angst vor dem Aus, denn der freiwillige Zuschuss der Stadt in Höhe von über 5.000 Euro wurde aufgrund des nicht genehmigten Haushalts nicht mehr gezahlt. Somit feiern wir bei unserem Geburtstagsfestival nächsten Samstag doppelt: das Jubiläum und die Rettung des Cow Clubs."

Zuletzt noch: Warum heißt der Cow Club eigentlich Cow Club ?

Regier "Der Name und unser Kuh-Logo sind eine ironische Anspielung auf das Provinzielle, das mit Solingen gerne verbunden wird. Beides ist zum Markenzeichen der Solinger Rock- und Popmusik geworden, die alles anderere als provinziell, sondern sehr vielfältig ist."

PIA BERGMEISTER FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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