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Solingen
Gefängnisstrafe wegen pornografischem Foto bestätigt

Solingen. Unverblümt hielt der Vorsitzende Richter dem Angeklagten vor, für wie aussichtslos er dessen Unterfangen hielt: "Setzen Sie sich doch mal gedanklich auf meinen Stuhl!" Der Angesprochene ging gestern am Wuppertaler Landgericht vergeblich gegen ein Urteil des Solinger Amtsgerichts vor: Das hatte den 40-Jährigen wegen Verbreitung pornografischer Schriften an Minderjährige und Betrugs zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt - ohne Bewährung, weil der mehrfach vorbestrafte Mann zum Zeitpunkt der Taten bereits wegen eines anderen Delikts unter einer solchen gestanden hatte. Von Alexander Riedel

Nach der Trennung von seiner Lebensgefährtin soll der Angeklagte ein Foto der Frau in kompromittierender Pose auf das Handy ihrer zwölfjährigen Tochter geschickt haben. Er bezeichnete das als Versehen und gab an, sich entschuldigt zu haben. Zudem soll er die E-Mail-Daten seiner Freundin dazu missbraucht haben, um im Internet in ihrem Namen unter anderem einen Kühlschrank und ein Klettergerüst im Wert von insgesamt mehreren hundert Euro zu bestellen. "Ich will nicht ins Gefängnis", erklärte der Angeklagte das Ziel seines Rechtsmittels. Nach Aussprache mit seinem Verteidiger gestand er die Tatvorwürfe ein und beschränkte die Berufung auf den Rechtsfolgeausspruch - aus der Gefängnisstrafe sollte eine Haftstrafe auf Bewährung werden.

Das Wuppertaler Landgericht mochte dem jedoch nicht folgen und bestätigte den Urteilsspruch aus der ersten Instanz. Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung komme schon allein angesichts der Vielzahl an früheren Verurteilungen wegen zum Teil ähnlicher Tatvorwürfe nicht in Betracht, betonte der Richter.

So war der Angeklagte schon früher - stets nach dem Scheitern von Beziehungen - auffällig geworden und hatte Ex-Freundinnen durch die Verbreitung pornografischer Fotos schikaniert. Auch wegen versuchter Vergewaltigung war er bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Zudem kommt auf den zweifachen Familienvater in Kürze ein weiteres Verfahren in einer anderen Stadt zu: Seine bislang letzte Liebschaft hatte offenbar ebenfalls in einem heftigen Streit geendet. Im Zuge dessen soll der 40-Jährige eine Frau gewürgt und im Umfeld ihrer Wohnung, unter anderem durch zerschlagene Scheiben und Blumenkübel, einen Sachschaden von 1500 Euro verursacht haben.

Quelle: RP
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