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Solingen
Gemeinden wählen Presbyterien

Solingen: Gemeinden wählen Presbyterien
Ohligs - hier die Stadtkirche mit dem Altar - ist ein Sonderfall. Es gibt zwei Presbyteriumsvertreter zu wenig, und die 16 vorhandenen Bewerber wurden ohne Wahl zu Presbytern bestimmt. Gewählt wird jedoch trotzdem, weil für die beiden Plätze, die für hauptamtlich Mitarbeitende der Gemeinde reserviert sind, drei Bewerber vorgeschlagen wurden. FOTO: Mak (Archiv)
Solingen. In Dorp, Ketzberg, Widdert, Wald und St. Reinoldi Rupelrath sowie eingeschränkt in Ohligs gibt es mehr Kandidaten als Plätze im Leitungsgremium, so dass am kommenden Sonntag echte Wahlen stattfinden können. Von Günter Tewes

Die zehn evangelischen Gemeinden des Kirchenkreises mit ihren über 47.000 Mitgliedern bekommen ein neues Presbyterium. Echte Wahlen der ehrenamtlichen Presbyter für die neuen Leitungsgremien erfolgen am kommenden Sonntag allerdings lediglich in fünf Kirchengemeinden. In Dorp, Ketzberg, Widdert, Wald und St. Reinoldi Rupelrath haben sich mehr Bewerber gefunden, als Plätze zu geben sind. Zudem werden in Ohligs die Wahlurnen aufgestellt: Hier bewerben sich aus dem Kreis der Mitarbeitenden in der Gemeinde drei Kandidaten für die zwei Presbyteriumsplätze dieser Gruppe.

Wie Superintendentin Dr. Ilka Werner gestern vor der Presse berichtete, gelten damit in Gräfrath und in Merscheid, in der Lutherkirchen- und in der Stadtkirchengemeinde am Fronhof die Kandidaten als gewählt. Dies trifft in Ohligs ebenso für jene aus dem Presbyterkreis der ehrenamtlichen Gemeindemitglieder zu. Wobei hier sowie in der Kirchengemeinde Gräfrath noch jeweils zwei Presbyteriumsplätze unbesetzt bleiben. Werner ist optimistisch, dass sich dafür in Kürze noch Interessenten unter den Gemeindemitgliedern finden, so dass auch diese besetzt wären. Die Wahlperiode im Presbyteramt beträgt vier Jahre. In dem Leitungsgremium der Kirchengemeinde sind alle Mitglieder - Pfarrer, gewählte Mitarbeiter und eben die Presbyter - gleichberechtigt.

Dass mangels Bewerbern nicht in allen Gemeinden echte Presbyter-Wahlen stattfinden können, ist freilich nicht ungewöhnlich. Vor vier Jahren erfolgten diese in sieben der zehn Gemeinden des Kirchenkreises, vor acht Jahre ebenfalls in fünf Gemeinden. Nach den Worten von Ilka Werner ist die Situation in Solingen damit sogar noch besser als in Nachbarstädten. "Presbyter ist ein echtes Leitungsamt", betont Ilka Werner. Die Presbyterien entscheiden über die Besetzung von Stellen, die Verwendung der Gelder - und sie bestimmen den Zukunftskurs der Gemeinde. Das erfordert einen erheblichen Zeitaufwand. Gerade für Berufstätige mit Familie ist es heutzutage schwierig, sich derart ehrenamtlich zu engagieren.

Superintendentin Werner sowie Pressepfarrer Thomas Förster appellieren an die gut 29.000 Mitglieder in den sechs wählenden Gemeinden, am 14. Februar ihre Stimmen abzugeben: Eine hohe Wahlbeteiligung verschaffe den neuen Presbyterien Unterstützung. Wahlberechtigt sind alle Gemeindemitglieder, die mindestens 16 Jahre alt oder konfirmiert sind.

Gemeinden begleiten die Wahl am kommenden Sonntag mit einem Programm. So wird in Widdert das Konfi-Musical aufgeführt. Die Jugend in Rupelrath bietet ein Mittagsgrillen an. In Wald gibt es einen zentralen Gottesdienst. Dorp feiert den Gasthaus-Gottesdienst mit anschließendem Mittagessen, während die benachbarte Kita einen Trödelmarkt veranstaltet. Zudem stehen Buchausstellung und Konzert auf dem Programm, sowie ein Grillmittag im Gemeindezentrum Arche.

Zehn Prozent Wahlbeteiligung wären aus Sicht von Superintendentin Werner ein Erfolg. Vor vier Jahren lag diese im Durchschnitt bei 7,3 Prozent.

Quelle: RP
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