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Solingen
Geschenktes Geld für neue Sozialwohnungen

Solingen: Geschenktes Geld für neue Sozialwohnungen
Andreas Hopf von der Sparkasse warb bei der Immobilien-Ausstellung für das Sonderkreditprogramm. FOTO: Köhlen
Solingen. Immobilienmesse der Stadt-Sparkasse zeigte: In Solingen wird wieder gebaut. Aber auch genug? Von Fred Lothar Melchior

Ist Solingen leergekauft, wie es einige Makler anklingen lassen? Nicht ganz: Bei der Immobilienausstellung in der Sparkassen-Hauptstelle gab es Grundstücke, Häuser und Wohnungen - aber vielleicht nicht in der Bandbreite wie in früheren Jahren. Eine Folge auch der wachsenden Nachfrage: "Solingen wird als Standort interessanter", sagte Andreas Hopf, Leiter des Immobilien-Centers der Stadt-Sparkasse. "Es spricht sich herum, dass man in Solingen zu vernünftigen Preisen sehr gut wohnen kann."

"Das Interesse auch von der Rheinschiene ist da", bestätigte Vorstand Manfred Kartenberg. "Wir brauchen mehr Neubauten." Die Sparkasse hat mit einem Sonderkreditprogramm reagiert, für das es erste Anfragen gibt. Bis Jahresende sind 20 Millionen Euro vorgesehen - bei einem Zinssatz von 0,79 Prozent.

Noch günstiger ist es bei der Stadt, allerdings nur beim öffentlich geförderten Wohnraum. Rund 15 Millionen Euro stehen in diesem Jahr zur Verfügung, zehn Millionen mehr als ursprünglich vorgesehen. Für vier Millionen Euro will der Spar- und Bauverein seine Siedlung am Wasserturm um etwa 40 Wohnungen erweitern. Sechs Millionen Euro Landesgeld leiht sich ein privater Investor, der zwischen Walder Schlauch und Friedrich-Ebert-Straße zirka 60 Wohnungen bauen möchte.

Für die Darlehen fallen außer einer Art Bearbeitungsgebühr keine Zinsen an. Zurückgezahlt werden müssen nur 85 Prozent. Das ist so attraktiv, dass bei der Stadtverwaltung noch fast 20 Anträge liegen. "Ich hoffe auf einen weiteren Nachschlag vom Land", kommentierte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Die Stadt unterstützt zudem junge Familien auf dem Weg zum Eigenheim, wenn sie bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Der Zinssatz beträgt ein halbes Prozent. Auch Ältere, die barrierefrei wohnen wollen, können von den günstigen Darlehen profitieren. Trotzdem sinkt die Nachfrage: Gab es früher 40 bis 60 Förderfälle pro Jahr, waren es 2015 nur noch etwa zehn. "Als der Zinssatz für normale Immobilienkredite noch bei sechs Prozent lag, ging es gar nicht ohne uns", erinnerte sich Bernd Wörder, Leiter der Wohnungsbauförderung.

Auch gestern standen die ersten Interessenten schon eine Viertelstunde vor Öffnung der Immobilienmesse an der Hauptgeschäftsstelle. Trotzdem mag den einen oder anderen das gute Wetter abgehalten haben. Dabei zeigten die Aussteller nicht nur Bestandsimmobilien, sondern auch frische Projekte. Die Düsseldorfer Kempe Immobilien GmbH etwa bewarb ihr "Berg-Carré" an der Bergstraße. Es verbindet den Umbau eines alten Fabrikgebäudes (Papier-Industrie) mit einem neuen Wohnhaus.

Kissel stellte den Neubau auf dem Gelände der früheren Poststelle in Aufderhöhe vor, und Kubikom zeigte die "Waldsiedlung Ohligs" auf dem Gelände des ehemaligen Stadions am Hermann-Löns-Weg. Dass Solingen nicht nur für Käufer, sondern auch für Makler immer mehr Bedeutung erhält, erfuhr man auch am Stand der von Poll Immobilien GmbH, die noch mit ihrer Haaner Geschäftsstelle vertreten war: Ab Februar/März 2017 gibt es von Poll auch an der Brühler Straße.

Quelle: RP
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