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Solingen
Gespaltene Bilanz im Weihnachtsgeschäft

Solingen: Gespaltene Bilanz im Weihnachtsgeschäft
Gestern nutzten Tausende den verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt. Auf den Rolltreppen im Hofgarten herrschte Gedränge. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Gute Laune nach dem verkaufsoffenen Sonntag in der City, teils Klagen in Ohligs: Die Lage des Solinger Handels im Advent war gemischt. Von Martin Oberpriller und Alexander Riedel

Ob es das gute Wetter war oder doch eher die "Torschluss-Panik" einiger Kunden wenige Tage vor Heiligabend - das vermochten die Händler in der Solinger City gestern nicht zu beantworten. Doch in einem Punkt waren sich die meisten Geschäftsleute einig: Der verkaufsoffene Sonntag, der diesmal am vierten Advent stattfand, erwies sich als Erfolg.

"Wir sind sehr zufrieden", bilanzierte Detlef Ammann, Vorsitzender des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt (W.I.R.) für sich und seine Händler-Kollegen, nachdem die Läden um 18 Uhr ihre Türen wieder geschlossen hatten. Der Ansturm der Menschen sei so groß gewesen, dass man beim W.I.R. überlegen werde, den verkaufsoffenen Sonntag 2017 erneut auf den vierten Advent zu legen. Ammann: "Das ist denkbar. Im kommenden Jahr steht allerdings bereits der zweite Adventssonntag als Verkaufstag fest."

Tatsächlich nutzen gestern mehrere tausende Kunden die Gelegenheit der offenen Geschäfte in der Solinger City, um letzte Besorgungen vor den Feiertagen zu machen. Vor allem im Hofgarten sowie in den Straßen rund um das Einkaufszentrum drängelten sich die Einkaufswilligen. Kleidung und Elektroartikel standen dabei einmal mehr in der Gunst der Kunden weit oben. Aber auch die Betreiber von Ständen sowie Imbissen, die Kulinarisches anboten, kamen auf ihre Kosten.

Dabei ist das Weihnachtsgeschäft 2015 noch nicht beendet. "Wir erwarten in den kommenden Tagen noch einmal einen verstärkten Ansturm", sagte Detlef Ammann aus der Erfahrung der zurückliegenden Jahre. So entschlössen sich Kunden immer häufiger erst auf der sprichwörtlichen Zielgeraden für die passenden Geschenke - was bis Heiligabend erneut für lange Schlagen an den Kassen in der Innenstadt sorgen dürfte.

Eine Einschätzung, die der W.I.R.-Vorsitzende mit dem Handelsverband NRW-Rheinland (HVR) teilt. "Der Handel geht in die heiße Phase", sagte HVR-Regionalreferent Björn Musiol. Vor allem die Kombination aus Einkaufsbummel und Weihnachtsmarktbesuch in entspannter Atmosphäre locke die Kunden an, hieß es beim Verband, der die Zukunft des Handels in einer Art Doppelstrategie sieht. Zum einen gelte es, in den Innenstädten weiter vor Ort zu sein. Andererseits komme jedoch auch dem Internet eine zunehmende Bedeutung zu, auf die sich die Händler einstellen müssten.

Eine Entwicklung, die der Einzelhandel in Ohligs ebenfalls im Blick hat. Gleichwohl fehlt der Geschäftswelt dort - im Gegensatz zur City - ein Ankerpunkt wie der Hofgarten, was dazu führte, dass Brigitte Kiekenap von der Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft am vierten Adventswochenende ein eher gemischtes Bild von der Stimmungslage zeichnete.

"In meiner Buchhandlung läuft das Weihnachtsgeschäft ähnlich wie im Vorjahr, was insgesamt positiv ist", sagte Kiekenap am Samstag. Von anderen Händlern kämen hingegen Klagen über schwächere Umsätze. Generell habe die Kundenfrequenz im Umfeld der Düsseldorfer Straße nachgelassen. "Das hat sich das ganze Jahr bereits angedeutet", so Kiekenap. Einer der Gründe dafür sei auch die Hängepartie um das O-Quartier und der damit verbundene Leerstand am Markt.

"Das Weihnachtsgeschäft läuft nicht wie erhofft, aber das war auch schon im vorigen Jahr so", erklärte Eberhard Flohr von der gleichnamigen Parfümerie, während sich Lisa Hartkopf vom Modegeschäft an der Düsseldorfer Straße zufrieden äußerte. Hoffnung legen die Händler auf die letzten Tage vor Heiligabend. "Die Prognose geht in die Richtung, dass sich viele Kunden durch die etwas längere Zeitspanne zwischen viertem Advent und den Feiertagen noch etwas Zeit für die Geschenkkäufe lassen", sagte Brigitte Kiekenap.

Quelle: RP
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