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Solingen
Gestochen scharfe Bilder von Nerven

Solingen. Mit Hilfe des Fördervereins konnte ein neues Ultraschallgerät für die Anästhesisten des Städtischen Klinikums angeschafft werden. Ein Engagement dieser Art wird für das Krankenhaus in Zukunft immer wichtiger. Von Günter Tewes

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Laptop. Doch das neue Ultraschallgerät der jüngsten Technikgeneration, das im Städtischen Klinikum wie ein Klapp-PC kurzerhand mit ans Patientenbett genommen werden kann, ermöglicht gerade in der Anästhesie und Schmerztherapie neue Möglichkeiten. "Mit den Ultraschallsonden können wir kleinste Nerven, die betäubt werden sollen, erkennen", erklärte Professor Dr. Thomas Standl. Der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin und sein Team können damit sicherer und effektiver arbeiten. Dank der guten Darstellung lassen sich nach den Worten von Standl auch kleinste Blutgefäße oder Venen sicher treffen. Die gestochen scharfen Bilder, die das Ultraschallgerät liefert, helfen, Katheter zu legen, die beispielsweise Tumorpatienten Schmerzlinderung in der Herz-Lungen-Region sowie in der Bauchhöhle verschaffen.

Das neue Gerät komme allen Patienten in diesen Bereichen zugute, betonten Kai Sturmfels, Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver sowie Karl-Heinz Wilke vom Verein der Freunde und Förderer gestern vor der Presse. Mit Hilfe des Klinikum-Fördervereins konnte die Investition in Höhe von knapp 30.000 Euro denn auch gestemmt werden.

Für die Mitstreiter des Fördervereins hat dies Symbolkraft. Als kommunales Krankenhaus erfülle das Klinikum viele Aufgaben, die nicht refinanziert würden. Um so wichtiger werde es, Drittmittel für Investitionen zu gewinnen.

Nach Müller-Stövers Einschätzung wird die Finanzierungslücke in Zukunft sogar immer größer. Jedenfalls hat das Klinikum an der Gotenstraße bereits eine Arbeitsgruppe gegründet, um derart zusätzliche Investitionen im Haus zu ermöglichen. Professor Standl zählt zu den Drittmitteln auch die Teilnahme an Forschungsprojekten. "Die Schmertherapie liegt uns und mir sehr am Herzen", erklärte der Chefarzt. Seit 2011 ist die Klinik zertifiziertes Therapiezentrum für Akutschmerz. "In Zeiten eingeschränkter Budgets kommen auf den Förderverein besondere Aufgaben zu", erklärte Sturmfels. "Wir sehen uns in der Pflicht, Maßnahmen zu unterstützen, die über die Regelversorgung hinausgehen und den Patientenkomfort verbessern."

Wie es an der Gotenstraße selbstbewusst heißt, werde die Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensiv- und Palliativmedizin nicht zuletzt aufgrund ihrer Studienteilnahme auch international als wichtige Klinik im Fach Anästhesiologie wahrgenommen. Sturmfels: Das Konzept schmerzfreies Krankenhaus imponiere besonders.

Quelle: RP
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