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Solingen
Glänzende Geschäfte mit Schneidwaren

Solingen: Glänzende Geschäfte mit Schneidwaren
Qualitätsmesser sind gefragt. Die Branche erlebt 2015 eines ihrer besten Geschäftsjahre. FOTO: Mak (Archiv)
Solingen. Für die Schneidwaren- und Besteckbranche ist 2015 eines der besten Jahre. Die überwiegend in Solingen ansässigen Unternehmen erwarten bis zum Jahresende einen Umsatz in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro. Von Uwe Vetter

Die Schneidwaren- und Besteckbranche erlebt 2015 eines ihrer besten Jahre. Davon geht der Geschäftsführer des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren (IVSH), Jens Heinrich Beckmann, aus. "Der Umsatz dürfte am Jahresende bei rund 2,4 Milliarden Euro liegen", sagt Beckmann mit Blick auf die Zahlen der ersten drei Quartale dieses Jahres und das noch laufende Weihnachtsgeschäft. Der Verbandsgeschäftsführer geht von einer 3,5-prozentigen Umsatzsteigerung gegenüber dem bereits schon guten Vorjahr aus. "Selbst bei vorsichtiger Schätzung dürften wir das erreichen", erklärt der IVSH-Geschäftsführer. Vor allem die gute Inlandskonjunktur sorgt für glänzende Geschäfte.

Nicht nur bei den Schneidwaren- beziehungsweise Messerherstellern, sondern auch in der Sparte Haushalt, Küche und Tafelgeräte sowie Bestecke. "Die hiesige Produktion profitiert zudem davon, dass Einkaufen in Fernost teurer ist", sagt Beckmann. Grund dafür sei der schwache Euro. "Es zahlt sich jetzt aus, dass wir Produktion in Solingen gehalten haben", ergänzt der IVSH-Geschäftsführer. So legte die Besteckproduktion im ersten Halbjahr um 13,6 Prozent zu, Schneidwaren um 9,5 Prozent und die Produktion von Kochgeschirr um sieben Prozent.

Die derzeit niedrigen Zinsen lassen die Schneidwaren- und Besteckfirmen auch investieren, zumal Kredite mit günstigen Konditionen zu bekommen sind. "Vor allem in Maschinen wird investiert", sagt Jens Heinrich Beckmann. Mit Sorge betrachtet er allerdings, dass der Verkauf der Schneidwarenprodukte über den stationären Einzelhandel weiter abnehme. Auf der anderen Seite werde immer mehr online verkauft.

Der Verkauf über den Einzelhandel bleibt indes weiter mit die wichtigste Vertriebsschiene. Auf den stationären Handel als Partner im Vertrieb könnten die meisten Betriebe nicht verzichten. Von daher fände es Jens Heinrich Beckmann sehr gut, wenn in den Clemens-Galerien in der Innenstadt, die jetzt zu einem "Urban Outlet" umgestaltet werden, auf einer Teilfläche auch ein zentraler Werksverkauf von Solinger Schneidwarenunternehmen präsentiert werden könnte. Entsprechende Pläne hat Claudius Meyer von der CR Investment Management GmbH jedenfalls in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses angedeutet.

Während das Inlandsgeschäft brummt, verläuft der Export "eher schleppend - wenn auch nicht rückläufig", so Jens Heinrich Beckmann. Der russische Markt sei aber "fast zusammengebrochen". "Nach China geht weniger, dagegen läuft der US-Markt richtig gut", sagt der IVSH-Geschäftsführer. Er geht auch in den nächsten Monaten von einer gut laufenden Konjunktur für die Schneidwaren- und Besteckfirmen aus. Weitere Impulse erhofft sich die Branche überdies zu Beginn des neuen Jahres von verschiedenen Messen. Höhepunkt wird hier zunächst die Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt Mitte Februar sein.

Aber auch die Chicago-Messe einen Monat später ist mit Blick auf den nordamerikanischen Markt äußerst wichtig. Beckmann: "Die großen Unternehmen wie beispielsweise Zwilling, Dreizack, Pfeilring oder Küchenprofi sind hier mit eigenen Ständen vertreten."

Quelle: RP
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