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Solingen
Gläubige ziehen mit der Monstranz durch die Straßen

Solingen. Die Bankreihen auf dem Fronhof waren belegt und viele Menschen standen zudem außen, so dass der Platz in der Solinger Innenstadt vollständig gefüllt war. Pfadfinder waren zu sehen, Kommunionskinder in ihrer festlichen Kleidung, Schützen in ihrer Tracht und viele Familien, die gekommen sind, um der Fronleichnamsprozession beizuwohnen, die die Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord (MiNor) mit einer Festmesse auf dem Fronhof begann. Dabei hielt Kaplan Celso Sánchez-Rosario bereits die Monstranz gut sichtbar für alle in die Höhe.

"Monstranz heißt Vorzeigegefäß", sagte er. "Sie ist aus edlem Metall kunstvoll gestaltet." In diesem Vorzeigegefäß befindet sich das "Allerheiligste" in Form einer konsekrierten Hostie. Somit kann die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert werden. Während der Festmesse erzählt Kaplan Celso Sánchez-Rosario die Legende von Christofferus, einem Riesen, der nur dem stärksten und mächtigsten Herrscher folgen wollte. Schließlich erkennt er, dass nur Gottes Macht unbegrenzt ist und möchte von nun an ein Diener Gottes sein.

"Doch mit Fasten und Beten hatte Christofferus nichts am Hut", sagte der Kaplan. Aber er war stark und so begann er, die Menschen über den Fluss zu tragen. Eines Tages trug er ein kleines Kind hinüber, das immer schwerer wurde. Doch der starke Riese schaffte es. Drüben angekommen sagte das Kind zu ihm: Du hast den Christ getragen, von nun an darfst du Christofferus heißen. "Christofferus heißt Christ-Träger", verrät Sánchez-Rosario. "Und das ist es, was wir heute tun." Als Christ-Träger Christus in der Monstranz in die Welt tragen. "Jeder, der am heiligen Mahl teilnimmt, wird ebenfalls zum Christ-Träger und trägt ihn zu den Menschen."

Im Anschluss an die Messe zog die Fronleichnamsprozession bei freundlichem Sonnenschein vom Fronhof zur Hauptstraße, am Stein vorbei über die Goerdelerstraße hinweg auf die Wupperstraße und über die Oststraße und die Kasinostraße hin zur St. Clemens Kirche.

Vorneweg wurde das Kreuz getragen. Kleine Kinder mit Körbchen streuten Blütenblätter. Die Ministranten kamen in einer Weihrauchwolke einher mit lautem Glöckchengeläute. Drei Vorbetergruppen mit ihren Lautsprechern waren über den langen Zug verteilt. In der Mitte schritten die Seelsorger mit der Monstranz, eingerahmt von den Schützen als Wächter.

So ging es betend und singend durch die Straßen und durch das Hauptportal in die Kirche St. Clemens, wo der feierliche Abschluss mit Segen stattfand. Im Anschluss an die Prozession lud die Gemeinde zum Beisammensein rund um das Clemenszentrum ein. Bei Kuchen, der zugunsten des Partnerbistums Huamachuco in Peru verkauft wurde, klang das Fronleichnamsfest fröhlich aus.

(sue)
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