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Solingen
Glückspilze im Fußball-Fieber

Solingen: Glückspilze im Fußball-Fieber
Fahren nach Frankreich zur Europameisterschaft und feuern das deutsche Team an: Jürgen Nossol, Alexander Riedel und Robert Trosiner (v.l.). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Viele Solinger machen sich in den nächsten Wochen auf den Weg zu den Spielen der Fußball-EM nach Frankreich. Doch wie gelangte man eigentlich an die Tickets für die Europameisterschaft? Ein persönliches Beispiel. Von Alexander Riedel

Unser Ziel, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zumindest auf einem Abschnitt ihrer Reise durch unser Nachbarland zu begleiten, war schon seit längerer Zeit klar - unabhängig davon, ob das Schicksal uns nun Besuche in den französischen EM-Arenen oder launige Abende vor den Bildschirmen in belebten Bars und Kneipen in Nähe der Spielorte bescheren würde.

Wir - das ist eine Gruppe von vier relativ jungen Männern aus Solingen - versuchten, nicht zum ersten Mal, unser Glück und bewarben uns bereits im Sommer 2015 um Tickets für die längste und größte Europameisterschafts-Endrunde der bisherigen Fußballgeschichte.

In der ersten offiziellen Verkaufsphase im Juni und Juli des vergangenen Jahres konnten sich die Fans bereits rund eine Million der insgesamt 2,5 Millionen Tickets für das Großereignis angeln. Da wusste zwar noch niemand, welche Mannschaften genau wann und wo spielen würden, aber der Umstand, dass Jogi Löws Weltmeisterelf im Falle der Qualifikation als einer von fünf zusätzlichen Gruppenköpfen neben Gastgeber Frankreich gesetzt sein würde, grenzte unsere Spielauswahl schon ein wenig ein.

Auf den Verkauf der besonders begehrten "Follower-Tickets" im Dezember und Januar, mit denen Fans sich die Option sichern konnten, alle Spiele ihrer Mannschaft bis zum Ende des Turniers zu verfolgen, mochten wir gar nicht erst warten. Wir registrierten uns im Ticketportal des Europäischen Fußballverbandes UEFA, klickten uns durch das Bestellformular - und warteten. Auf Geschwindigkeit kam es bei der Bestellung nicht an, denn das Los entschied, wer in den zehn EM-Stadien zwischen Lille und Bordeaux zu Gast sein würde.

Dann erreichte mich, einige Wochen später, eine E-Mail - mit dem Hinweis, ein Teil der Bestellungen sei erfolgreich gewesen. Ein kurzer Anruf bei den Freunden - und siehe da: Sie hatten die gleichen erfreulichen Nachrichten vom "UEFA Ticketing Team" erhalten.

Der Herbst kam, und mit ihm das Ende der Qualifikation. Kurz vor Weihnachten folgte das nächste wichtige Eckdatum: Die Gruppen-Auslosung am 12. Dezember, bei der die Clique am frühen Abend gebannt vor dem Fernseher saß. Hier galt es zu klären, was sich wohl hinter Spielpaarungen mit kryptischen Bezeichnungen wie "C1-C2" verbergen würde.

Wenig später stand dann fest: Wir sehen auf jeden Fall die deutschen Vorrundenspiele gegen die Ukraine und Polen im Stadion. Und damit nicht genug: Denn es gab ja auch noch eine dritte Verkaufsphase: Im März und April konnten die Fußballfreunde im UEFA-Portal nicht benötigte Karten wieder loswerden - und somit weitere Tickets einheimsen.

Diesmal war allerdings ein sehr schneller Finger gefragt, denn manch eine Spielpaarung verschwand schon wieder vom Bildschirm, bevor der Interessent überhaupt darauf regieren konnte. Und doch: Erneut konnten wir uns über Tickets freuen. Zugestellt wurden sie den EM-Fahrern übrigens im Mai.

Inzwischen ist es also so weit: Das Turnier beginnt, die erste Reise steht auf dem Programm. Sie führt uns nach Villeneuve-d`Acsq, der Nachbargemeinde der ehemaligen europäischen Kulturhauptstadt Lille.

Einen zweiten Abstecher wagen wir wenige Tage darauf nach Paris. Später wird es noch eine dritte Tour in der K. O.-Phase des Turniers geben - und wenn unsere Mannschaft mitspielt, werden wir sie vielleicht auch dann noch von der Tribüne aus anfeuern können.

Quelle: RP
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