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Solingen
Gräfrath lockte mit Kunst und Feuerschein

Solingen. Auf dem Gräfrather Marktplatz brannten die Tonnen. Herrlich knackte und prasselte es. Das Feuer verbreitete nicht nur eine romantische Stimmung, sondern auch eine wohlige Wärme, so dass sich die Besucher der offenen Höfe, Läden und Ateliers hier die kalten Hände wärmen konnten. Für die innere Wärme sorgte der Stand, der gleich von fünf erfahrenen Gräfrather Gastronomen betrieben wurde. Von Sandra Grünwald

Anlässlich von "Kunst und Kostbarkeiten" arbeiteten das Kaffeehaus, der Gräfrather Hof, das Spicy, das Casa Pedro und Jacobs Catering Hand in Hand und versorgten die Besucher mit Glühwein und ausgewählten Köstlichkeiten - wie beispielsweise Krabbenspieße.

Beobachtet wurden die Menschen auf dem Marktplatz von den großen runden Augen einer Eule. Sie gehörte zu den vielen lustigen Tieren, die von der Jugendhilfe-Werkstatt hergestellt und auf dem Marktplatz ausgestellt wurden. Komische Raben und Insekten, mit viel Humor gestaltet und gekonnt geschmiedet und zusammengefügt, zogen die Blicke auf sich.

Völlig andere Skulpturen zeigte Christina Koester in ihrem Atelier. Hier verzauberten die skurrilen "Fliegenden Katakomben" des Künstlers Thomas Virnich, der Kathedralen auseinandernimmt und wieder völlig neu zusammensetzt. "Er kehrt das Oben nach unten und das Innen nach außen", sagt Christina Koester.

Märchenhafte Gebilde in zarten Farben luden hier zum zwei Mal hinschauen ein. Im Atelier von Gerhard Lauster zeigten die Schüler des Bildhauers ihre Werke, die unterschiedlicher nicht sein können. Ein Adlerkopf auf einem Naturholzstück von Andrea Nitsch-Wogatzki steht den weichen Formen verschlungener Ringe von Richarda Trissl-Barth gegenüber. Beate Uphoff hat aus einem außergewöhnlich gemaserten Stein einen kleinen Kopf herausgearbeitet. Seit einem Jahr beschäftigt sich die studierte Malerin mit Bildhauerei. "Ich habe Feuer gefangen", erklärt sie lachend. "Man lernt zu schauen." In der evangelischen Kirche stellte Yvonne Langer ihre Bilder aus. Massiv, mit viel Material gestaltete Kunstwerke, in welchen sie auch Solinger Motive, wie die Müngstener Brücke oder Messer und Scheren verarbeitet. In der Galerie Art-Eck waren die überwiegend großformatigen Bilder von Ioan Jacob zu sehen, dessen Ausstellung "Interieur" Galerist Dirk Balke bis Anfang Januar verlängert hat. Im Hinterhof hatte Ella Schneider ihre Holz-Skulpturen aufgestellt.

Neben Kunst zum Ansehen und Anfassen, wurde jedoch auch Kunst zum Zuhören geboten. So wurden an verschiedenen Orten unterschiedliche Klänge laut. Marius Trapp, der in Arnheim Musik studiert, sorgte für die Saxophonklänge. Und die Besucher waren begeistert. "Ich komme immer hierher", sagte Marion Kraut. "Mit dieser Veranstaltung stimme ich mich auf Weihnachten ein."

Quelle: RP
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