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Solingen
Gräfrather Chöre setzen Kontrast in der Adventszeit

Solingen. Der 1846 gegründete "Sängerbund Gräfrath" ist einer der traditionellen gemischten Chöre in der Klingenstadt. Vor gut zehn Jahren schlossen sich dem Sängerbund viele junge Sängerinnen und Sänger an und bildeten daraufhin den Jugendchor "Con Brio". Dieser ist inzwischen aus den Kinderschuhen herausgewachsen, singt aber noch stets unter dem Dach des Sängerbunds.

In diesem Jahr war "ConBrio" auch verantwortlich für die Organisation und Durchführung des Weihnachtskonzerts der beiden Chöre aus Gräfrath. Anstatt wie gewohnt in der barocken, aber etwas beengten Klosterkirche zu singen, wählte der junge Chor für das Konzert unter dem Titel "O Magnum Mysterium" die beeindruckend renovierte Stadtkirche am Fronhof. Das war eine gute Entscheidung, denn die Kirche war am Sonntagabend bis auf den letzten Platz besetzt.

In der Programmgestaltung gingen die beiden Chöre ihren eigenen Weg. "Wir wollten uns bewusst von der populären Musik zu Weihnachten abheben und haben uns absichtlich für ein Konzert mit klassischen, geistlichen Werken entschieden", erzählte Frank Schaab, Chorleiter von "ConBrio" in einer kurzen Pause des 90-minütigen Konzertes.

Der Sängerbund Gräfrath steht unter der musikalischen Leitung von Stefan Steinröhder, der sich im Verlauf des Konzertes auch als virtuoser Geiger vorstellte. Zum Teil begleitet von Laurenz Gemmer am E-Piano und an der Orgel sangen die Chöre abwechselnd Werke aus vielen Epochen der geistlichen Musik, von der Musik der späten Renaissance von Michael Praetorius bis zu den postmodernen Kompositionen von John Rutter. Den Text zur Volksweise "Vom Himmel hoch" soll der Reformator Martin Luther 1535 für die Weihnachtsbescherung seiner eigenen Kinder geschrieben haben.

Den Kontakt zu dem Organisten hatte Frank Schaab gelegt. Sein Studienkollege erfreute die Zuhörer nicht nur mit der zupackenden, aber exakten Begleitung der Chöre, er zeigte sich auch bei zwei Solostücken auf der Orgel der Stadtkirche als einfallsreicher Meister der Improvisation.

Höhepunkt des Abends von Seiten des Jugendchors "ConBrio" war das von der Orgelempore gesungene "Gloria" aus der Messe in G-Moll von Johann Sebastian Bach. Der Sängerbund sang alte Weisen aus den Niederlanden und stellte mit der Sopranistin Petra Hill sowie dem Tenor Udo Broch zwei imponierende Solisten aus den eigenen Reihen vor. Mit dem jubelnden Gesang beider Chöre von "Christus Natus" (Christ ist geboren) endete das Konzert.

Es war ein Beweis für die hohe Gesangskultur der Gräfrather Chöre. Jubel und Bravo-Rufe des Publikums schlossen ausdrücklich auch den Organisten ein. Es hat sehr gut getan, dass an diesem Abend der Schneemann und das rotnasige Rentier Rudolf einmal Pause hatten.

(wgü)
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