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Solingen
Gräfrather Galerie Art Eck treibt es ab heute wirklich bunt

Solingen. Mit der neuen Ausstellung treibt es die Gräfrather Galerie Art-Eck bunt - und das im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Die Bilder von Julia Steinberg sind so ausdrucksstark, wie sie formal konzentriert sind. Dabei arbeitet die Dortmunder Künstlerin nahezu ausschließlich mit kräftigen, leuchtenden Farben, die sie kombiniert, kontrastiert und ineinander übergehen lässt. "Liquid Colour" ist der Titel der Ausstellung und so ist auch der Titel des Katalogs, der den Art-Eck-Galeristen Dirk Balke auf die Künstlerin aufmerksam gemacht hat. "Das hat mir sofort gefallen", erinnert er sich. Also besuchte er Julia Steinberg und organisierte eine Ausstellung. Von Sandra Grünwald

Julia Steinberg arbeitet in Serien. "Über Jahre, ja über Jahrzehnte hinweg", erklärt sie. Dabei verfolgt sie drei Schwerpunkte: Boote, Landschaften und Architektur. "Wir haben uns für diese Ausstellung auf Landschaften und Boote konzentriert", sagt Dirk Balke. Ob Boote, Bäume, Büsche oder Blumen - Julia Steinbergs Motive entfalten ihre Wirkung durch Wasserspiegelungen. Leuchtend rote oder rosa Boote spiegeln sich leuchtend im tiefblauen Meer. Ihre Landschaften leben durch die intensive Farbgebung, genauso wie durch den Widerschein der reduzierten Motive in Flüssen oder Seen. Dabei nutzt Julia Steinberg die Bildgröße genauso wie die Farbe zur Gestaltung ihrer Werke.

Neben Ölbildern, sind im Art-Eck auch sehr kleinformatige Linolschnitte und Siebdrucke ausgestellt. Auf den zweiten Blick fallen die in die noch feuchte Ölfarbe geschriebenen Farbbezeichnungen auf, die in manchen Flächen zu lesen sind, aber nicht immer zu dem passen, was zu sehen ist. So steht im ockerfarbenen Bootskörper "lila" geschrieben oder im tiefdunkelblauen Meer "hell". Was hat es damit auf sich? "Ich habe früher Zeichnungen gemacht und wenn eine davon ein Bild werden sollte, habe ich die entsprechende Farbe in die Fläche geschrieben", erzählt die Künstlerin. So verweisen diese Farbbezeichnungen nicht nur auf den Entstehungsprozess des Bildes, sondern distanzieren sich gleichzeitig von der Wirklichkeit, da sich Bilder und Flächen während der Entstehung häufig anders entwickeln als geplant.

Die 1956 in Münster geborene Künstlerin studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin bei Prof. Norbert Tadeusz. Hat sie anfangs gezeichnet, malte sie zuerst graue Bilder, bevor sie sich an die Farbe herantraute. "Ich wollte den größtmöglichen Ausdruck", betont sie. Nach ihrem Lieblingsbild gefragt, gesteht sie: "Alle Bilder, die noch nicht gemalt sind." Mit ihren Farbwelten holt sie "den Sommer zurück", wie es Dirk Balke so treffend formuliert.

Quelle: RP
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