| 00.00 Uhr

Solingen
Gräfrather Haus der Jugend eingeweiht

Solingen. Die Stadt hat das frühere Gebäude der Hauptschule Central an der Nibelungenstraße saniert und zum Jugendzentrum umgebaut. Die Einrichtung trägt wie auch am alten Standort Schulstraße den Namen "Fritz-Gräbe-Haus". Von Benjamin Dresen

Das Gräfrather Haus der Jugend ist ein Schmuckstück geworden. Das 1905 erbaute Gebäude in der Nibelungenstraße, in dem früher die Hauptschule Central und zuletzt ein Lehrerseminar untergebracht waren, erstrahlt nach seiner Sanierung in neuem Glanz.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer weihten das städtische Jugendzentrum gestern ein. Es heißt, wie das alte Haus der Jugend in der Schulstraße, "Fritz-Gräbe-Haus". Schon im Juli 2014 war die Einrichtung umgezogen und hatte noch während der Umbauarbeiten den Betrieb aufgenommen.

Tim Kurzbach würdigte die offene Kinder- und Jugendarbeit als "wichtigen Bestandteil der sozialen Arbeit". Deren Rahmenbedingungen will er "auch in der Haushaltskrise" sicherstellen. "Aber ich erwarte Dynamik innerhalb dieses Rahmens", so Kurzbach.

Als Auftrag an die Einrichtung formulierte er, junge Menschen fit zu machen für die "Netzgesellschaft", damit sie eine "eigene Entwicklung" nehmen und sich nicht von den sozialen Netzwerken beeinflussen lassen.

Mit Blick auf den Namensgeber der Einrichtung sagte der Oberbürgermeister: "Wir können stolz auf einen Menschen wie Fritz Gräbe sein." Es sei wichtig, die Erinnerung an ihn wach zu halten und aus der Geschichte Lehren für heute zu ziehen. Der gebürtige Gräfrather Gräbe hatte im Zweiten Weltkrieg in der besetzten Ukraine hunderten Juden das Leben gerettet.

Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer betonte zur Einweihung: "Ich freue mich, dass ein Weg jetzt beendet wird." Er erinnerte daran, dass sich der heutige Oberbürgermeister in seiner Zeit als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses für den Erhalt des Hauses der Jugend in Gräfrath eingesetzt hatte.

"Herz der Einrichtung", wie Leiter Christian Schönenborn sie nennt, ist die Teestube im Erdgeschoss mit der großzügigen Küche, Kicker und Billardtisch. Die Stadt ließ in dem "ausgedienten Schulgebäude", wie Schönenborn den Zustand vor der Renovierung beschreibt, zudem den Keller und das erste Obergeschoss sanieren. Dort entstand in den großzügigen früheren Klassenräumen ein PC-Raum und - besonders gelungen - ein gemütlicher Gruppenraum mit Sofas und Fernseher. Einen kleinen Haken gibt es noch: Aus Brandschutzgründen dürfen bislang nur 15 Personen gleichzeitig ins Obergeschoss. "Die Fluchttreppe muss noch finanziert werden", sagt Jugend- und Schuldezernentin Dagmar Becker. Auch das Dach des alten Schulhauses wird noch saniert.

Das Haus der Jugend ist von dienstags bis freitags immer ab 16 Uhr geöffnet. An jedem Nachmittag gibt es ein Angebot zu einem anderen Thema: Am Dienstag können Kinder und Jugendliche gemeinsam Musik machen. Der Mittwoch steht mit gemeinsamem Kochen und Backen im Zeichen der Ernährung. Beim Sporttag am Donnerstag rollt bei Mannschaftssportarten der Ball. Am Donnerstagabend lädt die Offene Tür Jugendliche ab 13 Jahren ein, vorbeizuschauen. Kreativ sein dürfen die Jugendlichen am Freitag beim Basteln, Malen und Nähen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Solingen: Gräfrather Haus der Jugend eingeweiht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.