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Solingen
Gräfrather Senfmanufaktur zieht um

Solingen: Gräfrather Senfmanufaktur zieht um
Rebekka Switala stellt in ihrer Manufaktur mehr als zehn verschiedene Senfsorten sowie Essige und Öle her. Auf der Suche nach neuen Rezepturen und Geschmacksrichtungen lässt sie sich auch von ihrer Familie inspirieren. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Die Familie Switala verlagert ihren Wohnsitz nach Rheinland-Pfalz. Dennoch will sie die Solinger Kunden weiterhin mit ihrem selbst gemachten Senf beliefern. Auf dem Ketzberger Adventsbasar bieten sie ihren Senf an. Von Alexander Riedel

In einem schmalen Kellerraum, hinter einer Tür mit der Aufschrift "Man sollte öfter unseren Senf dazugeben" ist derzeit Rebekka Switalas Produktionsstätte: Dort verbringt sie zwischen acht und zehn Stunden pro Woche und stellt - unterstützt von Ehemann Rainer - mehr als zehn verschiedene Senfsorten sowie Essige und Öle her. "Dazu kommen spezielle auf die Jahreszeit abgestimmte Angebote wie ein Amaretto-Mandel-Senf oder unser Bratapfel-Essig", erklärt die dreifache Mutter. Und das Geschäft läuft gut: Neben einer treuen Stammkundschaft kaufen auch Besucher an ausgewählten Standorten die aus frischen Zutaten fabrizierten Erzeugnisse. "Ein besonderer Renner sind der Chili- und der Knobisenf", freut sich Switala.

Auch bei der Herstellung eines eigenen "Bratkartoffel-Öls" komme sie kaum nach. Der Startschuss für die "Gräfrather Senfmanufaktur" fiel im Jahr 2014: "Wir haben einen Apfelbaum im Garten, und der trug so viele Früchte, dass wir gar nicht wussten, wohin damit", erzählt sie. So sei ihr die Idee gekommen, einen Apfelsenf zu kreieren.

Die Idee stieß anfangs aber eher auf die Skepsis ihres Ehemannes, führte aber letztlich dann doch zum Erfolg. Freunde und Bekannte wurden als Testesser rekrutiert, und mittlerweile habe jeder seinen eigenen Lieblingssenf entdeckt.

Um ihre Kunden versorgen zu können, produziert Switala regelmäßig genug Senf für 100 bis 150 Gläser. "Manche Sorten müssen bis zur Abfüllung bis zu drei Tage durchziehen, bei anderen geht es schneller", sagt die Solingerin. Auf der Suche nach neuen Rezepturen und Geschmacksrichtungen lässt sie sich natürlich auch von ihrer Familie inspirieren: "Der Mango-Senf war meine Idee", erzählt ihre neunjährige Tochter Svea.

Auch den Essig als Zutat für ihre Senfsorten setzen die Switalas selbst an. Die Senfsaat bestellten sie bei einem Händler ihres Vertrauens. Frische Früchte als Zutaten einiger Sorten nehmen sie vielfach aus dem heimischen Garten.

In Solingen wird die Senfmanufaktur am kommenden Wochenende zum vorerst letzten Mal auf dem Ketzberger Adventsbasar öffentlich vertreten sein. Denn die Switalas sitzen buchstäblich auf gepackten Kartons: Im Dezember bezieht die fünfköpfige Familie ein neues Wohnhaus in Rheinland-Pfalz. "Wir haben unseren Stammkunden persönlich Bescheid gesagt", berichtet Rebekka Switala.

Das Ende der Senfherstellung soll das aber nicht sein, stellt sie klar: "Wir machen das weiter." Auch die Solinger Kundschaft will der kleine Familienbetrieb weiterhin beliefern - schließlich vertreiben die Switalas ihre Produkte auch in einem Online-Shop.

Quelle: RP
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