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Solingen
Große Kugel für Sterngucker

Das sind die Entwürfe zum Planetarium
Das sind die Entwürfe zum Planetarium FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Siegerentwurf des Galileum Solingen mit Planetarium und Sternwarte lässt die Gaskugel in Ohligs möglichst unangetastet. Das steigert die spektakuläre Wirkung des alten Industriebaus mit neuer Vision und Nutzung. Von Günter Tewes

Kühn ist es allemal, einen alten Kugelgasbehälter mit einem Durchmesser von stattlichen 26 Metern zu einem Zentrum für Sterngucker samt Planetarium und Sternwarte umzufunktionieren. Insofern hatten die 21 Wettbewerbsentwürfe gestern bei der Endausscheidung in den Räumen der Bergischen Entwicklungsagentur (BEA) etwas Visionäres.

"Das ist keine leichte Aufgabe", skizziert Jury-Mitglied Professor Kunibert Wachten am Abend bei der Preisvergabe noch einmal den Anspruch beim Galileum Solingen. Doch der Siegerentwurf unter den vier Preisträgern lässt die markante Gaskugel mit ihrer Stahlhaut möglichst unangetastet. Einstimmig hat sich die Jury für die Idee der Kölner Architekten Michael Viktor Müller und Sonja Starke ausgesprochen. Bis zum Sommer soll das Büro seinen Entwurf nun optimieren, wobei auch die anderen drei Preisträger noch im Rennen sind – allerdings in der Rangfolge ihrer Platzierungen. Ziel ist, sagte der Erste Beigeordnete Hartmut Hoferichter, im Herbst die Förderanträge beim Land zu stellen.

3,5 Millionen Euro beträgt der Investitionsrahmen. Auch diese Baukosten sieht die Jury in dem Siegerentwurf am ehesten eingehalten. Er ordnet das Planetarium genau in der Äquatorachse der riesigen Gaskugel an. Zudem gibt es hier im Inneren einen Rundgang. Sternwarte, Vortragsraum und Foyer werden in einem turmartigen Neubau neben der alten Kugel untergebracht.

Der zweitplatzierte Entwurf sieht auf der Gaskugel einen kleinen Satelliten mit der Sternwarte vor. Die beiden folgenden Preisträger wollen außen einen Balkon um die Kugel herumlegen beziehungsweise sie von unten aufschneiden.

Für den Planungsdezernenten Hoferichter bietet das Planetarium mit Sternwarte in einem ehemaligen Kugelgasbehälter die Möglichkeit zu einem spektakulären städtebaulichen Akzent, der über Nordrhein-Westfalen hinaus geht. Vier Projektpartner sind daran beteiligt: die Walter-Horn-Gesellschaft als Betreiber des Sterngucker-Zentrums, die BEA, die Stadtwerke als Eigentümer der alten Gaskugel sowie die Stadt.

Mit dem Galileum hätte Solingen eines der modernsten Planetarien Deutschlands, das mit seinem Standort in einem 60 Jahre alten Behälter sicherlich auch eines der ungewöhnlichsten sein dürfte. "Für Bergische könnte das eine Landmarke und für Solingen ein Alleinstellungsmerkmal werden", schwärmt Carsten Zimmermann, Projektleiter bei der BEA, für den Anziehungspunkt. Von der Rheinschiene aus sei dies dann das Eingangstor ins Bergische.

Mehr als 170 Architekturbüros hatten sich um die Teilnahme am Wettbewerbs beworben. Davon sind 25 ausgewählt beziehungsweise ausgelost worden. Von diesen reichten 21 ihre Entwürfe ein.

Quelle: RP
 
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