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Solingen
Großer Bahnhof für die kleinen Bahnen

Solingen: Großer Bahnhof für die kleinen Bahnen
Auch Patricia Krüth besuchte mit Jenny (2) die Modellbahntage der Eisenbahnfreunde Solingen. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Die Eisenbahnfreunde zeigen die mit viel Liebe zum Detail aufgebauten Anlagen an der Aufderhöher Straße. Von Sandra Grünwald

Viele Solinger dürften sich an die Zeit erinnern, als noch Züge über die Korkenzieher-Bahngleise rollten, um dann auch im Walder Bahnhof einzufahren. Im Laufe der Jahre wurden jedoch immer mehr Gleise abgebaut bis dann in den 1990er Jahren die Strecke stillgelegt und in die heute bei Wanderern und Radfahrern so beliebte Korkenzieher-Trasse umgebaut wurde.

Bei den Modellbahntagen der Eisenbahnfreunde Solingen wurde nun erstmals das ausgebaute Modell des Walder Bahnhofs im Maßstab 1:160 in Betrieb genommen. Es zeigt den Bahnhof zwischen der Brücke Fallerslebenweg und der heutigen Spedition Ehlenbeck. Die zwei mittleren Module hat Jörg Köhler bereits in den 1980er Jahren gebaut. "Damals wollten wir im Rahmen des Clubs den Bahnhof mit mehreren Mitgliedern bauen", erinnert er sich. Doch dann geriet das Vorhaben in Vergessenheit und die beiden Module fristeten in Jörg Köhlers Speicher über Jahre ein ruhiges Dasein. "Vor vier Jahren musste der Speicher geräumt werden, und ich habe die beiden Module in den Verein gebracht, wo sie weiter ausgebaut wurden."

Inzwischen ist noch ein Modul mit der Ausfahrt in Richtung Solingen fertig geworden. Damit die Strecke befahren werden kann, mussten zwei Wendemodule angefügt werden. Nun rollen die Züge durch den Walder Bahnhof, so wie er kurz nach Kriegsende ausgesehen hat. "Ich habe Luftaufnahmen aus den 30er Jahren", erzählt Köhler. Überwiegend aus dem Stadtarchiv hat er sich die historischen Aufnahmen und Pläne besorgt. "Und ich habe in den 80er Jahren selbst noch Fotos gemacht." So war es möglich, den Bahnhof nachzubauen. "Man kann sich heute kaum noch vorstellen, wie viele Gleisanlagen da waren." Sieben Gleise und zwei Ladestraßen gab es einst. Das Modell vermittelt einen Eindruck davon. Das Kaltwalzwerk Klein ist zu sehen, ebenfalls die Firma Prinz und ein Kohlehändler.

Doch nicht nur der Walder Bahnhof war eine Attraktion während der Modellbahntage. Auch das große Modell der Spur 0-Bahnanlage wurde liebevoll ausgestaltet. "Wir haben die Glühbirnchen auf LED umgerüstet", erklärt Köhler, was sich nicht nur positiv auf den oft überlasteten Trafo auswirkt, sondern auch eine verträumte Stimmung erzeugt - vor allem, wenn die Raumbeleuchtung ausgeschaltet wird. Dann steht der Betrachter vor einer wunderschönen Abendkulisse. Häuser mit erleuchteten Fenstern, ein Straßencafé und ein beleuchteter Wanderpfad verbreiten eine sommerliche Atmosphäre. Die hell erleuchteten Züge, die langsam vorüberrollen, tun ihr Übriges dazu. Je länger man die Anlage betrachtet, desto mehr Details fallen ins Auge.

Quelle: RP
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