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Solingen
Großer Bahnhof für die kleinen Bahnen der Eisenbahnfreunde

Solingen. Eine Modellbahn darf niemals fertig werden - unter diesem Motto arbeiten und basteln die Eisenbahnfreunde Solingen beständig an ihren Gleisen, lassen idyllische Landschaften entstehen und bauen neue Städte. Deshalb gibt es bei den Modellbahntagen immer Neues zu entdecken. Zum Beispiel die neue Hintergrundkulisse, die bei der Nachtfahrt besonders schön zur Geltung kommt. "Hier sind jetzt alle Gebäude beleuchtet", erklärt Jörg Köhler von den Eisenbahnfreunden Solingen. Beleuchtete Züge rollen durch die Dunkelheit, Straßenlaternen verbreiten ihr Licht. Die Besucher in den Vereinsräumen an der Aufderhöher Straße beobachten interessiert das beschauliche Nachtleben dieser Bahnstrecke. Hier rollen Schienenbusse, Dampfloks und ICEs über die Schienen. Insgesamt um die 70 verschiedene Züge können während der Modellbahntage bestaunt werden. Von Sandra Grünwald

"Die Älteren stehen mehr auf die Dampflokomotiven, während es bei der Jugend der schnellste Zug sein muss, den die Bahn gerade zu bieten hat", weiß Köhler, der beim Gedanken an die historischen Züge ins Schwärmen gerät. "Eine Dampflok lebt."

In drei unterschiedlichen Maßstäben haben die über 60 Mitglieder der Eisenbahnfreunde kleine Bahnwelten aufgebaut, in denen sich der Besucher verlieren kann: im Maßstab 1:43,5 (0), im Maßstab 1: 87 (H0) und im Maßstab 1:160 (N). Im kleinsten Maßstab wurde der ehemalige Walder Bahnhof nachgebaut. "Die Anlage wird bereits digital gesteuert", verrät Jörg Köhler.

Währenddessen drehen Züge ihre Runden um Schloss Burg, das hoch über den Gleisen thront. Doch nicht nur die Züge bewegen sich, auch ein Lkw fährt den Berg hoch. "In die Straße ist ein Draht eingelassen", erklärt Köhler. Durch einen Akku im Fahrzeug, eine lenkbare Vorderachse kann es sich selbstständig vorwärts bewegen. Ein Führungsmagnet im Fahrzeug sorgt dafür, dass der Lkw auf Kurs bleibt.

Die Miniaturwelten üben eine besondere Faszination aus, wirken sie doch täuschend echt. Hier parken die Autos, dort sitzen Ausflügler im Straßencafé, an einem Platz wird gerade ein Haus abgerissen. Seit 2003 bauen die Eisenbahnfreunde an ihren Modellen und gerade für die große 0-Bahn wurde enormer Aufwand getrieben. Zweimal mussten Wände durchbrochen werden. Einmal für den Schattenbahnhof und einmal, weil die Bahn einen Mindestradius von zwei Metern braucht. So wurde die Modellanlage in einer Hundeknochenform aufgebaut und kommt auf eine Länge von 16 Metern. "Damit ergibt sich eine Streckenlänge von circa 50 Metern", erzählt Jörg Köhler nicht ohne Stolz.

Quelle: RP
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