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Solingen
Grossmann-Hallen zum Teil vermietet

Solingen: Grossmann-Hallen zum Teil vermietet
Die Chancen stehen gut, dass das Grossmann-Gelände in naher Zukunft wieder als Gewerbefläche genutzt wird. FOTO: Köhlen (Archiv)
Solingen. Anhaltspunkte für erhebliche Altlasten im Boden der früheren Eisen- und Stahlgießerei Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald gibt es zurzeit nicht. Die exakte Bodenuntersuchung steht aber weiter aus. Von Uwe Vetter

Einzelne Hallen auf dem überwiegend, nahezu vollständig geräumten Gelände der ehemaligen Stahlgießerei Grossmann an der Wittkuller Straße in Wald konnten zum Teil wieder vermietet werden. Eine Dauerlösung wird das jedoch voraussichtlich nicht sein. Vielmehr geht es um eine geordnete Verwaltung der Immobilie. "Das Verfahren wird noch mehrere Jahre dauern", erklärt Insolvenzverwalter Dr. Marc d'Avoine.

Im Frühjahr 2016 war für die traditionsreiche Eisen- und Stahlgießerei Grossmann, die 1853 gegründet worden war, das endgültige Aus gekommen. Der Insolvenzverwalter hat den zuletzt verbliebenen 112 Mitarbeitern kündigen müssen. Binnen Jahresfrist hat er fast alle Maschinen und Anlagen der Gießerei per Internet-Auktion und über den Freihandverkauf veräußern können.

Zwischenzeitlich liegt der Insolvenzverwaltung auch das Ergebnis einer sogenannten historischen Nutzungsrecherche sowie ein Bodenzustandsbericht vor. "Anhaltspunkte für erhebliche Altlasten gibt es demnach nicht. Eine detaillierte Bodenanalyse steht jedoch noch aus. Auch das wird noch Monate dauern", sagt Dr. Marc d'Avoine.

Ohne genaue Bodenuntersuchung - die ist von der Düsseldorfer Bezirksregierung in Auftrag gegeben worden - kann jedoch kein verwertbares Konzept für das Gelände entwickelt werden. Klar ist momentan nur, dass eine Gießerei für eine weitere Nutzung des über 40.000 Quadratmeter großen Geländes nicht mehr in Frage kommt. Das wäre, so der Insolvenzverwalter, unrealistisch. Das Gelände muss vor einer neuen Nutzung jedenfalls frei von wassergefährdenden Stoffen sein - der Boden darf nicht belastet, das Grundwasser nicht verunreinigt sein. Nicht ausgeschlossen ist aber, dass Schadstoffe im Boden wie im Grundwasser sind, zumal es sich in all den Jahren um ein Gießerei-Gelände gehandelt hat.

Derweil auf das Bodengutachten gewartet wird, laufen Gespräche mit Interessenten, die ein Auge auf das rund 43.000 Quadratmeter große Areal geworfen haben. "Wir stehen regelmäßig mit Interessenten in Gesprächen. Aufgrund der Größe und der Lage des Grossmann-Areals ist die Fläche durchaus interessant. Mit einigen Interessenten haben wir bereits Ortsbesichtigungen durchgeführt." Wegen des Datenschutzes dürfe d'Avoine keine Details offenlegen. "Die Interessenten wünschen ebenfalls Geheimhaltung."

Mit im Boot bei den Gesprächen mit möglichen Käufern ist die beteiligte Bank sowie die Wirtschaftsförderung der Stadt Solingen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat sich für eine weitere gewerbliche Nutzung des ehemaligen Gießerei-Geländes ausgesprochen.

Wohnbebauung in den Randbereichen wird aber nicht ausgeschlossen. Aber alles, was an der Wittkuller Straße neu kommt, unterliegt dem heutigen Baurecht. Selbst wenn die Grossmann-Hallen erhalten bleiben, muss eine Nutzungsänderung beantragt werden. "Ob Teilparzellen umgewidmet und / oder isoliert vermarktet werden, steht noch zur Diskussion", sagt der Insolvenzverwalter.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Frank Balkenhol, sprach sich gestern "für eine sinnvolle Nutzung" des alten Gießerei-Geländes in Wald aus. "Sobald die Ergebnisse der Bodenuntersuchung vorliegen, werden wir zu Dritt ein konkretes Nutzungskonzept erarbeiten", kündigt er mit Blick auf den Insolvenzverwalter und die Bank an.

Quelle: RP
 
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