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Solingen
Güdes überraschender Fanclub aus Asien im weltweiten Netz

Solingen. Präsenz in den sozialen Netzwerken gehört heutzutage zu jedem Werbekonzept eines Unternehmens dazu. So auch beim Messerhersteller Güde in Solingen. Das Familienunternehmen hat vor kurzem die 60.000 Likes auf ihrer Facebookseite geknackt und somit den Konkurrenten Zwilling überholt. Bei einer genaueren Analyse der Herkunft der "Gefällt-mir-Angaben" lässt sich feststellen, dass Indien mit knapp 60 Prozent die meisten "Daumen-hoch" für das Solinger Unternehmen verteilt. Auch Saudi Arabien sowie die Philippinen sind mit mehreren Tausend Likes vertreten. Das wirft die Frage auf: Wie kommt es zu einem derartigen Interesse aus Ländern, in denen kaum Güde Messer vertrieben werden? Von Judith Blania

Einen neuen Absatzmarkt gebe es dort nicht, berichtet Karl-Peter Born, Geschäftsführer des Unternehmens Güde, unserer Redaktion. Das große Interesse der Inder sowie der Bewohner der Philippinen an den Solinger Messern kann sich der Geschäftsführer nicht erklären. Die Öffentlichkeitsarbeit, somit auch die Social-Media Aktivitäten, übernimmt die Werbeagentur "4DD" in Düsseldorf bereits seit 16 Jahren für das Familienunternehmen. Auch Thomas Majevszki, Geschäftsführer der Werbeagentur, ist erstaunt über die hohe Anzahl von "Gefällt-mir-Angaben" aus Asien. "Gekauft wurde nichts", versichert er. Eine mögliche Erklärung sieht er in den internationalen Kampagnen, die die Agentur für Güde erstellt. "Mit unterschiedlicher Gewichtung schalten wir Werbeanzeigen in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt. In Indien waren wir auch schon aktiv. Jedoch hielten sich dort unsere Tätigkeiten in Grenzen, wieso mich der hohe Wert überrascht", berichtet Majevszki. Bei den indischen Likes ist auffällig, dass die meisten von jungen Leuten im Alter von 18 bis 24 Jahren stammen.

"Wir konnten bereits bei anderen Kunden unserer Agentur erkennen, dass die Länder ganz unterschiedlich auf die Werbeanzeigen reagieren." Besonders überrascht ist der Mitarbeiter der Werbeagentur über die Philippinen, die mit über 8000 Klicks auf den bekannten blauen Daumen vertreten sind. "In dem Inselstaat waren wir noch nie aktiv." Das Interesse in Saudi Arabien kann er sich durch den Tourismus erklären. "Ich habe selbst von zwei Händlern gehört, die Güde-Messer in Düsseldorf vertreiben, dass sie hauptsächlich vom Tourismus leben. Gerade die Damaststahlmesser scheinen bei den Arabern beliebt zu sein." Immerhin eine Statistik bezüglich der Facebook-Fans des Unternehmens ist völlig nachzuvollziehen. Mit über 90 Prozent können sich Männer nach wie vor mehr für die stählernen Schneidewerkzeuge begeistern als Frauen.

Quelle: RP
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