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Solingen
Gutachter geben Grünes Licht für Freizeitpark

Solingen: Gutachter geben Grünes Licht für Freizeitpark
Auf dem Gelände des alten Freibades Aufderhöhe soll der Freizeitpark gebaut werden. FOTO: Köhlen
Solingen. Das Lärmgutachten zum Freizeitpark Aufderhöhe und zum Sportplatz Josefstal liegt vor. Die Projekte sind demnach möglich, wenn Lärmschutz für Nachbarn beachtet wird. Die Politik will neuen Bebauungsplan auf den Weg bringen. Von Martin Oberpriller

Es ist zwar noch nicht der endgültige Durchbruch - aber doch ein wichtiger Schritt nach vorne. Ein von der Stadt Solingen in Auftrag gegebenes Lärmgutachten hat jetzt ergeben, dass im Prinzip nichts gegen den Bau eines neuen Sportplatzes im Josefstal in Aufderhöhe spricht. Und auch für den bereits seit vielen Jahren geplanten Freizeitpark auf dem Gelände des ehemaligen Freibades Aufderhöhe geben die Gutachter - unter bestimmten Lärmschutzbedingungen - grünes Licht.

Das geht aus zwei Beschlussvorlagen der Stadtverwaltung für die nächsten Sitzungen des Planungsausschusses sowie der Bezirksvertretung (BV) Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid am kommenden Montag, 20. Juni, hervor. Demnach sehen die Experten, die das besagte Gutachten erstellten, keine Gründe, die einem Sportplatz sowie einem Freizeitpark zwingend zuwiderlaufen. Einzig bestimmte Ruhezeiten müssten nach Ansicht der Fachleute eingehalten werden, sollten beide Projekte verwirklicht werden. So empfiehlt die Expertise beim Sportplatz an Sonntagen eine maximale Nutzung von etwas mehr als sechs Stunden, während in einem zukünftigen Freizeitpark die Nachtruhe in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr zu gewährleisten wäre.

Damit kann der Planungsausschuss in der nächsten Woche die Verwaltung mit der Erstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans und einer anschließenden öffentlichen Auslegung beauftragen, wobei sowohl CDU als auch SPD bereits am zurückliegenden Wochenende signalisierten, ihr politisches Okay geben zu wollen.

"Wir werden die gesamte Angelegenheit zwar zunächst am Mittwoch in der Fraktion besprechen", schränkte der Vorsitzende des Planungsausschusses, Bernd Krebs (CDU), zunächst noch ein. Gleichwohl gab der Christdemokat zu erkennen, dass seine Partei zustimmen werde. Und auch Ernst Lauterjung von der SPD zeigte sich angesichts der neuen Entwicklung erfreut. Er begrüße jedenfalls das Ergebnis des Gutachtens, sagte Lauterjung auf Anfrage unserer Redaktion. "Es ist wichtig, dass auch die Belange der Anwohner Berücksichtigung finden", betonte der Sozialdemokrat.

Tatsächlich hatte gerade dieser Punkt in der Vergangenheit immer wieder zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen geführt. So klagte beispielsweise ein Nachbar des geplanten Freizeitparks im Jahr 2013 wegen einer eventuellen Lärmbelästigung gegen das Projekt - und bekam am Ende von den Richtern recht, die den alten Bebauungsplan, der noch für das Freibad galt, für nichtig erklärten.

Durch dieses Urteil kam es in der Folgezeit zunächst zu einer Verzögerung. Denn nach dem Verkauf des alten Union-Stadions in Ohligs benötigte die Stadt zwischenzeitlich einen Ersatzsportplatz, der im Josefstal, also in unmittelbarer Nähe zum alten Aufderhöher Freibad, entstehen soll. Um zusätzliche Schwierigkeiten in der Zukunft zu vermeiden, entschloss sich die Stadt schließlich dazu, das jetzt abgeschlossene gemeinsame Lärmgutachten - für den Freizeitpark und den Sportplatz - in Auftrag zu geben.

Dabei erscheint die Vorsicht durchaus nachvollziehbar, sieht die Stadt doch sowohl im neuen Sportplatz im Josefstal als auch im Freizeitpark Aufderhöhe wichtige städtebauliche Projekte. So heißt es in den Vorlagen für Ausschuss und BV in Bezug auf den Sportplatz, dessen Bau sei aus "sportfachlicher Sicht dringend erforderlich". Und in Sachen Freizeitpark betont die Verwaltung, von der vorgesehenen Anlage sei für den "einwohnerreichen Stadtteil Aufderhöhe" eine "landschaftsorientierte Erholung" zu erwarten.

Dafür setzt sich der Förderverein Freizeitpark Aufderhöhe bereits seit vielen Jahren ein. Auf dem Areal des im Jahr 1990 stillgelegten Freibades soll nach dem Willen der Vereins-Verantwortlichen ein moderner Freizeitpark zur Erholung und für Veranstaltungen entstehen, der von möglichst allen Anwohnern der Umgebung getragen wird und die Lebensqualität im ganzen Stadtteil erhöht.

Quelle: RP
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