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Solingen
Guter Rat für die Verbraucher

Solingen: Guter Rat für die Verbraucher
Die Verbraucherschützerinnen Dagmar Blum (l.) und Johanne Voß bieten mit der Rechtsberatung im Gesundheitswesen ab dem 1. Juni ein neues Themenfeld an. FOTO: Uwe Vetter
Solingen. Die Verbraucherberatung am Werwolf hat im vergangenen Jahr über 13.000 Anfragen von Ratsuchenden erhalten. Die häufigsten Probleme sind Finanzen, gefolgt von Ärger über allgemeine Dienstleistungen sowie Telefon und Internet. Von Uwe Vetter

Drei Mal war der Rentner in verschiedenen Geschäften einkaufen. Die Beträge hielten sich in Grenzen, sie lagen im niedrigen zweistelligen Bereich. Er zahlte mit EC-Karte und leistete eine Unterschrift. "Ein übliches Verfahren, der Betrag wird zu einem späteren Zeitpunkt vom Konto abgebucht", sagt Dagmar Blum. Nach Angaben der Leiterin der Verbraucherberatung am Werwolf, die gestern den Jahresbericht 2016 vorstellte, hatte der Rentner allerdings nicht bedacht, dass sein Konto nicht gedeckt war. "Und die Geschäfte setzten sofort ein Inkassobüro in Gang, als sie sahen, dass kein Geld für die verkauften Waren hereinkam. Der Rentner war mit der Zahlung im Verzug, er hätte sofort zahlen müssen", sagt die Verbraucherschützerin zur rechtlichen Lage. Die Folge: Hohe Gebühren und Entgelte für die Inkassounternehmen musste der Rentner bezahlen. "Wir konnten lediglich eine Ratenzahlung vereinbaren", sagt Blum.

Probleme mit Inkassobüros waren im vergangenen Jahr aber nur eins von vielen Themen für das Team der Verbraucherberatung am Werwolf. "Auch viele Flüchtlinge brauchten unsere Hilfe", so Dagmar Blum. Denn windige Vertreter jubelten den Flüchtlingen an der Haustür oder in Vertriebsfilialen kostenträchtige Telefonverträge unter. "Wir haben den Flüchtlingshelfern unsere Angebote vorgestellt und Beratungen mit Dolmetschern geleistet", berichtet die Leiterin der Verbraucherberatung zur Aktion "Ankommen im Verbraucheralltag".

Insgesamt 13.096 Anfragen von Ratsuchenden registrierten die Verbraucherschützer im vergangenen Jahr. Gut 7250 entfielen dabei auf die allgemeine Verbraucherberatung, knapp 4900 auf die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung. Die häufigsten Probleme: Finanzen, allgemeine Dienstleistungen sowie Telefon und Internet. "Wir leisten aber auch sozialorientierte Beratung - und die nimmt stetig zu", sagt Dagmar Blum mit Blick auf die Rechtsberatung. Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitslosengeld-II-Empfänger brauchen von daher keine Gebühren für die Rechtsberatung (neun Euro) zu zahlen. Das war immerhin im vergangenen Jahr bei 271 von insgesamt 1270 Rechtsberatungsfällen so. "Diese Entwicklung wird weitergehen. Leute, die ohnehin wenig Geld haben, werden auch noch abgezockt", sagt Dagmar Blum.

Ohnehin hat sie festgestellt, dass die Verkäufer in den Handy-Shops in der Innenstadt wie auch in Ohligs viel versprechen, in der Regel aber dann nicht alles halten. "Rabatte werden beispielsweise auf einem Stück Papier vermerkt. Wir raten, sich in Handy-Shops alles schriftlich belegen zu lassen, was der Händler verspricht. Und man sollte aufpassen, was man unterschreibt", sagt die Leiterin der Verbraucherberatung am Werwolf.

Sie und ihr Team bieten ab dem 1. Juni nun eine gänzlich neue Beratung an - die Gesundheitsrechtsberatung. "Hierfür ist Bedarf, es gab schon immer Anfragen, die wir aber an eine andere Verbraucherberatung weiterreichen mussten", sagt Johanne Voß.

Die Verbraucherberaterin teilt mit, dass Solingen die 22. Beratungsstelle in NRW ist, die Gesundheitsrechtsberatung anbietet. "Wir wollen den Verbrauchern Orientierung geben", sagt Voß mit Blick auf Zusatzleistungen, Igel-Leistungen oder Zahnersatz. Alle 14 Tage dienstagnachmittags ist zudem eine Fachanwältin für Medizinrecht vor Ort.

Quelle: RP
 
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